hier anklicken
Zum Burgen-Archiv der Rheinischen Bucht

Zum
Burgen-Archiv
der Rheinischen
Bucht
Burg Gut Kalkofen, Photo: Guido Eisenbach
hier anklicken
Zur Geschichte der Burgen in der Rheinischen Bucht

Zurück
zum
Aachener
Burgen-Archiv
Gut Kalkofen

Geschichte:
Wie der Name schon sagt, hat hier in grauer Vorzeit ein Ofen zum Brennen von Kalk gestanden. Das Gut, unweit der Wurm gelegen, wird 1437 in einem Ehevertrag des nach dem benachbarten Dorf Haaren benannten Adam von Hairen und Agnes von Weyer erwähnt.

Logo Deutscher Mittelalterring

Eine bedeutende Rolle spielte das Gut, inzwischen im Besitz des Reichsfreiherrn Johann von Merode-Houffalize während der Streitigkeiten zwischen Protestanten und Katholiken. Damals lagerten die Spanier auf Gut Kalkofen, überfielen die Kaufleute auf der nahen Jülicher Straße, plünderten und raubten. "Anno 1582 (wurde) Kalckoffen eingenommen, angestochen und verbrannt" durch die Aachener Miliz. 1749 erwarb es der Aachener Tuchfabrikant und Bürgermeister Johann von Wespien, der schon ein Jahr später den Aachener Stadtbaumeister Johann Joseph Couven mit dem großzügigen Umbau, wobei jedoch Teile der bis dahin bestehenden vierflügeligen Anlage beibehalten worden sind.

Logo Deutscher Burgenring

Markanteste Bauteile sind der hohe, imposante Torbau und das sich im Südwesten anschließende Herrenhaus. An den Torturm mit leicht geschwungener, laternenbekrönter Haube schließen sich zu beiden Seiten Flügel aus älterem Bruchsteinmauerwerk mit jüngeren Stichbogenfenstern und Rundtürmen an den Ecken an. Die Front des Turmes gestaltete Couven im wesentlichen durch den wechselnden Gebrauch von graublauem Kalkstein und roten Ziegeln. Mächtige Quader bilden den seitlichen Abschluss, reichere, fast spielerisch gestaltete Elemente bekrönen die Tordurchfahrt, rahmen das große Sprossenfenster und die darüberliegende Nische. Der aufwendige Giebel hingegen täuscht, genauso wie der am Saaltrakt des Herrenhauses eine Steinmetzarbeit vor. Selbst bei den Wiederherstellungsarbeiten nach dem letzten Krieg wurden hier hölzerne Bauteile eingesetzt, die alleine durch ihre farbliche Fassung an Haustein erinnert.

Logo Deutscher Mittelalterring

Im Feld des geschwungenen Giebels oberhalb des Hauptgesimses tragen Löwen das Wappen der Eheleute Wespien. Oberhalb eines hohen Sockelgeschosses liegen die elegant wirkenden, verlängerten Erdgeschoßfenster des großen Saales. Ihn betritt man durch ein Portal, dessen bogenförmiger Sturz seitlich von zwei volutengeschmückten Konsolen getragen wird.

Logo Deutscher Burgenring

Die Eheleute Wespien starben kinderlos, ein Vetter erbte das Haus mit den Ländereien. Die meisten der nachfolgenden Eigentümer waren Tuchfabrikanten in Aachen.

Von Holger A.Dux, Bauhistoriker aus Aachen
(Auszug aus: Die Aachener Burgenrunde - Radeln zwischen Wurm und Inde) Stand: Mai 2000

Logo Deutscher Mittelalterring

Ortslage:
Stadt Aachen

Anfahrt mit dem Rad:
Ein Abstecher der "Wasserburgen-Route" (Tour 4) wie auch die "Aachener Burgenrunde" (Etappe 6) führen auf dem Weg nach Aachen unterhalb des Burggeländes vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die Burganlage ist in Pribvatbesitz, von außen aber gut überschaubar.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

HomeLogo Deutscher Mittelalterring
Logo Deutscher Burgenring
Logo Deutscher Mittelalterring
Top