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Schloß Rahe

Geschichte:
Das schon von weitem zu sehende prachtvolle Gebäude wurde von keinem Adligen erbaut. Es gehörte in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts dem Aachener Ratsherren, Kaufmann und Färbereibesitzer Gerhard Heusch. Und doch handelt es sich um keinen Neubau auf der Grünen Wiese. Wenn auch später vollständig abgebrochen, so hat es auch hier eine von Wassergräben gesicherte Burganlage gegeben, die im ausgehenden 13. Jahrhundert einem Ludwig de Roede gehört hat. Im 16. Jahrhundert hatte sich die einstige Wehranlage zu einem Gut gewandelt.

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1787, wie auf einer der Wetterfahnen steht, wurden die Fassaden der Vierflügelanlage entsprechend des Zeitgeschmacks, weiß geschlämmt. Die Eckquader, Portalrahmung und Fenstereinfassungen hingegen sind aus Blaustein. Die Hauptfassade mit vorgelagerter Bogenbrücke über dem Wassergraben hat 12 Achsen. Den Hauptzugang betont ein turmartiger Bauteil mit flachem Dreiecksgiebel vor einem niedrigen Mansarddach. Statt üppigem plastischen Schmuck wirkt die Fassade allein durch ihre Proportionen, den Rhythmus der Fensterreihen und die Betonung der Mitte; Elemente die schon auf den nahenden Klassizismus hinweisen.

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Das Innere muss sehr reich ausgestattet gewesen sein, Teile der Stuckdekorationen wurden um 1805 durch Gagini ausgeführt. 1818 vermietete Heusch das Haus anlässlich des Aachener Friedenskongresses für August bis Oktober für immerhin 30.000 Franken an die Schwester des russischen Zaren und ihren Gatten, den Prinzen von Oranien. Später zog hier die belgische Gräfin Henriette d´Oultremont ein. Obwohl nicht standesgemäß, hatte sie den niederländischen König geheiratet, worauf dieser auf den Thron verzichten musste. König Wilhelm starb drei Jahre später und Schloss Rahe wurde für viele Jahre der Witwensitz der Gräfin.

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Danach stand das Gebäude leer, wurde verkauft, modernisiert, diente nach 1906 für lange Jahre dem Geheimen Bergrat Dr. Victor Weidtmann, General-Direktor der AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation in Stolberg und seiner Frau Adele als Wohnung. Nach ihrem Tode wurden viele Umbau- und Umnutzungspläne entworfen und wieder verworfen, mal sollte hier ein komfortables Hotel entstehen, und dann wäre das Schloss beinahe bei einem Feuer total vernichtet worden. Die letzten Umbauten durch einen großen Versicherungskonzern wurde die historische Bausubstanz rücksichtsvoll behandelt.

Von Holger A.Dux, Bauhistoriker aus Aachen
(Auszug aus: Die Aachener Burgenrunde - Radeln zwischen Wurm und Inde) Stand: Mai 2000

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Ortslage:
Stadt Aachen

Anfahrt mit dem Rad:
Abstecher von der "Wasserburgen-Route" (Tour 4) wie auch der "Aachener Burgenrunde" (Etappe 6) führen auf dem Weg zwischen Richterich und Aachen direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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