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Schloß Schönau

Geschichte:
Schon seit längeren plante der Jülicher Graf Wilhelm IV, Aachen seinem Territorium einzuverleiben, sein Überfall in der Gertrudisnacht 1278 war allerdings erfolglos und kostete ihn Kopf und Kragen. (s. Burg Wilhelmstein, S. 79) Zwei Jahre später schlossen beide Seiten den Schönauer Frieden, benannt nach dem Ort der Verhandlungen bei Richterich.

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Burg Schönau (wegen der wasserreichen Gegend auch Schönawen oder Schoene Aue genannt) war bis zur Zeit der französischen Besetzung eines von fünf sogenannten "Sonnenlehen" im Deutschen Reich. Seine Besitzer waren nur Gott als Herrn über die Sonne, beziehungsweise seinem irdischem Vertreter, dem Kaiser verpflichtet. Da die Wohnstätte immer wieder Belagerungen und Angriffen ausgesetzt gewesen ist, musste sie im Laufe der Jahre verschiedentlich erneuert werden.

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Auf den Fundamenten der vier Flügel einer Wasserburg ließ Johann Gottfried von Blanche 1732 einen Neubau errichten. Es wird vermutet, dass er damals den ersten namentlich bekannten Aachener Stadtbaumeister, Laurenz Mefferdatis beauftragte. Der rechteckige Haupttrakt aus rotem, unverputzten Backstein ist deutlich in der Mitte durch einen Risaliten (d.h. einen leicht vorspringenden Gebäudeteil) akzentuiert. Über dem Haupteingang, zu dem eine Freitreppe führt, liegt ein Balkon. Im Dachbereich bekrönt das Ganze ein Dreiecksgiebel mit dem Wappen des Bauherrn und seiner Gattin.

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Betrachtet man den Bau von der Seite, so scheint er, anhand der Fenster mit ihren abgetreppten Keilsteinstürzen, in einem Guss erbaut. Die noch bruchstückhaft vorhandenen Eckquader und die wesentlich niedrigeren Dächer künden jedoch von einer späteren Erweiterung. Ihr Bauherr war 1836 Freiherrn Arnold Carl Maria von Broich, dessen Wappen über dem Haupteingang zu finden ist. Dabei hielt man sich genau an die historischen Vorgaben.

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Um 1964 zogen die Besitzer fort, die Gemeinde erwarb Grund und Boden und wollte hier neue Wohngebäude errichten. Lange Jahre hatte das Haus im 20. Jahrhundert leer gestanden und war daher auch ziemlich heruntergekommen. Die vom Hausschwamm befallenen Decken konnten den Stuck nicht mehr tragen und mussten durch solche aus Beton ersetzt werden. Der Initiative des damaligen katholischen Pfarrers Josef Kicken ist es im wesentlichen zu verdanken, dass die Stadt Aachen als neue Besitzerin die Mittel zur umfassenden Instandsetzung bereit stellte. Von der reichen Ausstattung blieb jedoch nur wenig erhalten, so beispielsweise die prunkvoll geschnitzte hölzerne Treppe von 1732 mit Balustergeländer und Widderköpfen an den Pfosten. Heute bietet Schloss Schönau den passenden Rahmen für eine ganze Palette von kulturellen Veranstaltungen und beherbergt ein Restaurant in seinen Mauern.

Von Holger A.Dux, Bauhistoriker aus Aachen
(Auszug aus: Die Aachener Burgenrunde - Radeln zwischen Wurm und Inde) Stand: Mai 2000

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Ortslage:
Stadt Aachen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 4) wie auch die "Aachener Burgenrunde" (Etappe 6) führen auf dem Weg zwischen dem Wurmtal und Richterich direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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