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Burg Brohl (Schloß Brohleck)

Geschichte:
Nichts erinnert an der heutigen Burg Brohleck mehr an den mittelalterlichen Rittersitz, der sie tatsächlich einmal war. Wie auch die Schweppenburg, mit der sie nach Ausweis eines Wappens und einer Grabplatte einmal denselben Eigentümer, Bertram von Metternich, teilte, war die Brohleck als Hangburg angelegt und mit Gräben vom ansteigenden Berghang getrennt. Das war eine wehrtechnische Lage, die nur für einen spätmittelalterlichen Ministerialensitz infrage kam, denn die Hochadelsburgen hatten die besten Plätze längst besetzt, und ihre Herren duldeten keine Konkurrenz aus dem Niederadel.

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Anfang des 14. Jh. besaßen an dieser Stelle die Burggrafen von Rheineck, also kölnische Ministeriale, die nicht mit den Grafen von Rheineck identisch waren, eine allodiale Burg, d.h. im Eigenbesitz ohne Lehensbindung. Das war natürlich an so neuralgischer Stelle wie dem Eingang ins Brohltal eine gefährliche Sache, konnten doch die um die Macht am Rhein streitenden Fürsten die Behinderung durch einen Niederadeligen nicht dulden. So war es naheliegend und klug, dass 1325 Burggraf Johann Burg und Gräben dem Erzbischof von Trier zu Lehen auftrug und sich selbst damit aus dem Blickfeld der Großen zurückzog. Noch 1428 sind die Rheinecker Lehensträger, 1449 dann die Herren von Metternich aus der Linie Sommersberg, von denen sie als Mitgift 1664 an die von Hees ging.

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Die verkauften sie an Karl Joseph Dingel, dessen Urenkel hier noch im 19. Jh. wohnten. 1888 erwarb von der Familie von Schell J.B. Michiels die Burg, von dem wenig mehr bekannt ist, als dass er über der mittlerweile bis auf wenige Reste verfallenen Anlage einen großen Neubau errichten ließ, der, wie viele derartige Projekte im damaligen Kaiserreich, zur Heilanstalt im milden Rheinklima vorgesehen war und seinen Besitzer nicht ärmer machen sollte. Entsprechend groß dimensioniert fielen die Neubauten aus. Der Südflügel integriert die Fundamente und Gewölbe der alten Burg, während der Nordflügel ganz neu ist. Giebel, Erker und Türmchen gaben dem Bau das zeitgenössisch gewünschte Gepräge ritterlich romantischer Reminiszenzen, doch wurden die meisten Zierelemente entfernt, als die Gemeinde Brohl von 1958-80 die Burg besaß.

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Als Heilanstalt diente die Brohleck nie; 1904 zog ein Knabenpensionat ein, 1938 der Reichsarbeitsdienst. Nach 1980 richtete ein Bauunternehmer Wohnungen ein, heute steht die Burg leer und macht in ihrem verwahrlosten Zustand alles andere als einen herrschaftlichen Eindruck, dem gegenüber der einmal vorgesehene neue Name Schloß Augustaburg (nach der deutschen Kaiserin) wie ein Hohn wirken muss.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Brohl, Verbandsgemeinde Bad Breisig, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die derzeit unbewohnte Anlage ist nur bis zu einem Bretterzaun zugänglich und schlecht einsehbar.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Anwohner und nehmen Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder.

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