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Burg Are

Geschichte:
Im tief eingeschnittenen Talkessel von Altenahr erhebt sich auf steilem Felsen die Ruine der einst uneinnehmbaren Burg Are. Ihre Eroberung gelang erstmals 1690 nach einjähriger Belagerung durch die französische Armee, wobei sie nach herrschender Sitte nicht unbeträchtlich beschädigt wurde. 1714 ließ der Kurfürst Joseph Clemens die verbliebenen Gebäude und Festungsanlagen sprengen, weil die kurkölnische Besatzung die Burg als Stützpunkt für ihre Raubzüge in die Umgebung benutzt hatte. Seitdem ist sie Ruine und wird vom Land gepflegt Doch noch immer und besonders beim Aufgang von der Stadt Altenahr aus wird deutlich, welch eine starke Feste sich wohl schon im 11. Jh. das Edelherrengeschlecht der Grafen von Are schuf, die ihrerseits von den noch älteren Grafen des Ahrgaues abstammen.

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Als Besitzer der Burg Are wurden sie im Jahre 1121 zuerst erwähnt und herrschten nicht nur über ein großes Gebiet im ehemaligen Ahrgau, sondern besaßen auch viele einträgliche Rechte, so die Vogtei über das Kloster Steinfeld und Teile der Stadt Zülpich. Sie bauten auch die Nürburg und stellten sie mit der Burg Are 1161 unter Kölner Lehenshoheit. 1190 gehörte Are dann ganz der Kölner Kirche, 1193 dem Kaiser Heinrich VI., danach schließlich wieder als Kölner Lehen den Grafen von Are-Hochstaden, woraus ihre strategische Bedeutung ersichtlich wird.

Burg Are


Nicht nur ließ sich von dieser beherrschenden Burg das ganze Tal sperren, sondern die Burg war auch praktisch nicht zu erstürmen. Der steile Fußweg vom Tal her, angelegt erst im 14. Jh., war für eine Eroberung indiskutabel, und die Zufahrt über den nordöstlichen schmalen Bergsattel war von der höher gelegenen Burg aus mühelos zu verteidigen. So wird es verständlich, welch großen Wert der Kölner Erzbischof auf den endgültigen Erwerb der Grafschaft Are und ihrer Burg legte, als 1246 der letzte regierende Graf Dietrich kinderlos verstarb. Es erbte sein ältester Onkel Konrad, der als Probst von St. Maria ad Gradus in Köln sich aber von seinem jüngeren Bruder mit sanfter Gewalt überzeugen lassen musste, das große Erbe doch besser dem Kölner Erzbischof und damit der Kölner Kirche zu überlassen.

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Und der Erzbischof war niemand anders als der jüngere Bruder Friedrichs, Graf Konrad von Are-Hochstaden, der aufgrund der beschönigend so genannten "Hochstadenschen Schenkung" über die Mittel verfügte, zwei Jahre später den Grundstein zum gotischen Kölner Dom zu legen. Are war seitdem Sitz Kölner Amtmänner, die die ehemalige Grafschaft für den Erzbischof verwalteten und für den baulichen Unterhalt der Burg zu sorgen hatten. So sind viele Bauarbeiten bis ins 16. Jh., wobei kaum zehn Wohnräume, aber Brunnen, Kapelle, Back- und Brauhaus, Kornspeicher, Ställe, Kellerhäuser, Tore, Türme und die Kapelle genannt wurden.

Burg Are


Die heutige Ruine vermittelt davon nur noch einen wenig anschaulichen Eindruck. Am Gymnicher Tor, dem Hauptzugang, treffen sich die Wege von Nordosten und Westen. Der teils romanische, teils spätgotische Torbau Wird überragt vom Gymnicher Turm, einem Burgmannenhaus der Familie von Gymnich wohl aus dem 14. Jh., das die schmalste Stelle des Berges überwacht und sperrt. Ein langer Weg führt zu den gotischen Zwingern, Vorhöfen und Toren, die der Hauptburg vorgelagert sind. Diese, ein unregelmäßiges Viereck, überbaut die Reste der wohl ovalen romanischen Anlage, von der noch Teile im Torturm, in der Kapelle und im Bergfried stecken.

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Die meisten Mauerreste, z.B. die Umfassungsmauern, die Palasruine an der Südspitze und der verfallene Wohnturm an der Ostecke, entstammen der großen Baumaßnahme des Erzbischofs Walram von 1347 und der Erweiterung durch den Pfandherrn Werner von Vlatten ab 1426. Ungewöhnlich ist lediglich die Kapelle, die im Hofe neben dem Bergfried freistand und offensichtlich zweigeschossig war, also zum Typus der Doppelkapellen gehörte. Es lassen sich die Gewölbeansätze im Erdgeschoss erkennen sowie die Aufteilung in Langhaus und Chor. Eine Treppe zum Obergeschoss und die Art der Gewölbestellung weisen auf eine Verbindung zwischen Unter- und Oberraum hin, so dass aus beiden Räumen gleichzeitig an der Messe teilgenommen werden konnte ? oben die Herrschaft, unten die Untergebenen, wie es in vielen staufischen Burgkapellen Brauch war und einen Sitz des Hochadels charakterisierte.

Burg Are


Alles wurde überragt vom hohen Bergfried, der in sich verteidigungsfähig war und weithin vom Stand und Anspruch seiner Erbauer kündete, aber schon im 13. Jh. als Verlies genutzt wurde. Auch von ihm ist nur noch ein überdachter Stumpf übrig.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel.
Das Buch erscheint am 15.Juli 2003)

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Ortslage:
Altenahr, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:
Der Ahr-Radweg (Tour 2 / 3) führt zwischen Quelle und Mündung, zwischen Blankenheim und Remagen-Kripp, direkt unterhalb der Burg vorbei. Vom Bahnhof Altenahr aus wird rechts der Brückenstraße bis zur Kreuzung gefolgt und dort links abgebogen. Hier führt bereits ein Fußweg hinauf zur Burg. Mit dem Rad wird auf dem Roßberg 1 km weitergefahren, dann scharf rechts abgebogen und dem 1 km langen Weg zur Burg gefolgt. Das letzte Stück muß dann zu Fuß zurück gelegt werden.

Anfahrt mit dem Auto:
A 61 Abzweig Bad Neuenahr-Ahrweiler, dann an der Ahrt entlang B 167nach Altenahr. Hinter dem Tunnel gleich befindet sich ein großer Parkplatz. An der Kreuzung Brückenstraße / Roßberg führt ein Fußweg hinauf zur Burg.

Literatur:
Geschichte der Verbandsgemeinde Altenahr

Links:
Touristische Informationen über das Ahrtal

Die Burg ist öffentlich zugänglich.

Bitte respektieren Sie die Naturschutzbestimmungen und die angebrachten Hinweisschilder.