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Burgsahr

Geschichte:
Im engen, malerischen Tal des Sahrbaches liegt der Weiler Burgsahr, dessen auffälligstes Gebäude ein kräftiger Bruchsteinbau mit hohem Walmdach und kleinen Fenstern ist, die sogenannte Burg. Ungeachtet der geringen Größe des heutigen Burghauses war Burgsahr tatsächlich zusammen mit Freisheim eine Kölner Unterherrschaft, also eine adelige Herrschaft unter Kölner Lehenshoheit mit weitgehender Autonomie gegenüber dem Landesherrn, dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln. Diese Herrschaft ist hervorgegangen aus einem Burglehen von Altenahr, das erst lange nach dem Aussterben der Grafen von Are und dem Übergang ihrer Grafschaft an Köln greifbar wird.

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1364 treten hier die Herren von Gymnich als Lehensträger auf, die auf der Burg Are das Gymnicher Burghaus besaßen und auf den Burgen Gymnich und Vischel residierten. Von ihnen kauften Burgsahr die Herren von Blankart, ebenfalls ein Arer Burgmannengeschlecht, das sich später über das ganze Rheinland verbreitete und noch heute blüht. Die Ahrweiler Linie starb 1712 im Mannesstamme aus, und Burgsahr kam über weibliche Erbfolge an die Freiherren von Vlatten, dann an die von Rohe und schließlich gegen Ende des 18. Jh. an die Freiherren von Mirbach zu Harff, deren bedeutendster Vertreter, Johann Wilhem Joseph, erster Graf von Mirbach-Harff, es Anfang des 19. Jh. verkaufte.

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Die folgenden bürgerlich, bäuerlichen Besitzer haben das aller adeligen Rechte entkleidete Gut aufgeteilt. Die Gebäude verfielen bis zur Unbewohnbarkeit, und erst in den 1970er Jahren wurden das Herrenhaus und die verbliebene Scheune durchgreifend erneuert. Eine zweite Scheune und Stallung stand noch bis ins 20. Jh. auf der anderen Seite des Vorplatzes, so dass sich eine Art Ehrenhof ergab mit dem Burghaus als flankierter Mitte. Trotz dieser herrschaftlichen Attitüde hat das Haus aber wohl überwiegend als Wohnsitz des jeweiligen Pächters gedient und dürfte im 17. Jh. ganz neu aufgebaut worden sein. Über die mittelalterlichen Vorgängerbauten ist nichts bekannt und aus dem bestehenden Gebäudebestand auch nichts abzuleiten.

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Selbst die Lage, hochwasserfrei und ohne Wasserumwehrung, ist für einen mittelalterlichen Herrensitz zumindest ungewöhnlich, so dass die Vermutung erlaubt sein muss, eine eventuelle Vorgängeranlage habe an anderer Stelle gelegen. Die letzte Restaurierung hat das ruinöse Innere aller vielleicht vorhandenen Geschichtsspuren beraubt, aber das alte Haus für heutige Lebensgewohnheiten erträglich gemacht und damit dauerhaft gesichert. Die neuen Besitzer ab 1979, die Familie Schmidt, haben Burgsahr als Wohn- und Gästehaus eingerichtet und es für Künstlerfeste geöffnet.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Burgsahr, Verbandsgemeinde Altenahr, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:
Der Ahr-Radweg führt zwischen Altenahr und Hönningen durch Kreuzberg. Hier zweigt eine Straße ab, die das Sahrtal hinauf führt. In Burgsahr liegt rechts am Waldrand das Burghaus.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Das Burghaus ist privat bewohnt, aber von außen einsehbar.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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