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Burg Kempenich
Geschichte:
Wie Olbrück wurde auch die Burg Kempenich von einem Sohn des gräflichen Hauses Wied gegründet, der im 11. Jh. als Edelherr von Kempenich auftrat. Der Erbe Reynold von Isenburg unterstellte die Burg Ende des 12. Jh. der Kölner Lehenshoheit. Die von Isenburg und Kempenich wechselten 1257 den Lehensherrn, seitdem gehörte Kempenich zu Kurtrier. Eine Familienfehde endete 1330 im Doppelbesitz.

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1424 zog der Erzbischof von Trier das Lehen wegen Aussterbens der Kempenicher ein und vergab es Jahre später an Johann und Peter von Schöneck, der mit dem letzten Kempenicher Edelfräulein verheiratet war. Die zum Pfandobjekt verkommene, vernachlässigte Burg löste Anton von Eltz 1571 für seinen Lehensherrn und Onkel, Kurfürst Jakob von Trier, wieder ein, übernahm 1581 die Pfandherrschaft selber und konnte jetzt im eigenen Interesse beträchtliche Summen verbauen. Erst 1776 mussten die von Eltz-Kempenich die Burg an Trier zurückgeben, worauf sie 1778 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

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Heute steht in den Ruinen ein neueres Wohnhaus. Der über 420 m hohe Felsvorsprung im Tal des Weiberner Baches wacht über die Kreuzung zweier wichtiger mittelalterlicher Wege von Sinzig nach Trier und von Ahrweiler nach Koblenz, welch letzterer, der "Hellweg", gleichzeitig Grenze zwischen Kurtrier und Kurköln war. So erklärt es sich, dass eine ältere Wasserburg im Tale zugunsten der neuen stärkeren Burg auf dem Berge aufgegeben wurde und bis auf Fundamente unter der Kapelle "Zur schmerzhaften Mutter Gottes" verschwunden ist.

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Die recht große Neugründung wurde unter Berücksichtigung der topographischen Gegebenheiten als Abschnittsburg am Ende des Felsspornes angelegt und vom Bergsattel durch zwei tiefe Gräben getrennt. Die frühe Entstehungszeit zeigt sich im nahezu ovalen, zum Sechseck verzogenen Grundriss, der einst von einer Ringmauer umgeben war. Innen an die Ringmauer waren typischerweise die Gebäude angebaut, von denen nur spärliche Reste erhalten sind. Noch am meisten steht von der Palastaußenwand an der Nordseite, deren Mauerwerk und Baudetails ins 14. Jh. verweisen. Hier sieht man die aufwendigen Kreuzstockfenster der Spätgotik. Weitere Mauerreste im Gelände und alte Pläne lassen nachvollziehen, dass in der Kernburg auch Wirtschaftsgebäude standen, aber kein Bergfried.

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Im Süden gab es eine Art Zwinger mit Tordurchfahrt, der wie die ganz untergegangene Vorburg im Südosten einer gotischen Erweiterung zuzuschreiben ist. Dazu gehörte auch eine zweite Ringmauer um die ganze Burg. Diese nahm ihren Ausgang am zwischen den Gräben liegenden Wall und war mit kleinen Türmen befestigt.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Kempenich, Verbandsgemeinde Brohltal, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:
Der Ahr-Radweg mit seiner Ahr-Kreis-Runde verläuft zwischen Weibern und Kempenich unterhalb des Burgbergs vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die Burg ist in Privatbesitz, Befestigungsmauern und Gräben sind von außen aber einsehbar.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Be- und Anwohner und nehmen Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder.

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