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Schloß Sinzig
Geschichte:
Das Schloß zu Sinzig steht entwicklungsgeschichtlich am Ende des Burgen- und Schlossbaues an der Ahr. Was mit königlichen und gräflichen Burgen auf hochragenden Bergen begann und in der Reichspolitik eine Rolle spielte, lief aus in den Landsitzen eines Bürgertums, das zu adelsähnlicher Macht und Reichtum aufgestiegen war, ohne die gesellschaftliche Bedeutung des alten Adels erreichen zu können. Dieser sah seine soziale Spitzenposition noch lange nach dem Verlust realer Macht legitimiert durch die Geschichte und dokumentiert in seiner eigenen Architektur der Burgen und Schlösser. Dem hatte das Bürgertum nichts entgegenzusetzen, und so okkupierte man die äußeren Formen adeliger Selbstdarstellung, indem man das bürgerliche Landhaus als Schloss verkleidete.

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Es gab Neubauten wie die Drachenburg, Umbauten ehemals adeliger Häuser und die schlossartigen Häuser mit Bezug zu einer echten alten Burg wie Vettelhoven und eben Sinzig, dessen neugotischem Schlösschen tatsächlich ein mittelalterliches Kastell zugrunde liegt. Strategisch bedeutend an der Mündung der Ahr in den Rhein gelegen, war Sinzig schon zu römischer Zeit befestigt und enthielt in seinen Mauern eine Königspfalz, die man unter dem heutigen Zehnthof vermutet.

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Vor der Stadt gründete der Markgraf von Jülich 1337 mit Genehmigung des Kaisers eine wasserumwehrte Burg. Sinzig war Reichsgebiet, aber an Jülich verpfändet und blieb bis 1794 südlichster Landesteil des Herzogtums Jülich. Daher erklärt sich die Gestalt der Burg als viertürmiges Kastell von ca. 40 zu 45 m Kantenlänge in bis zu 32 m breiten Gräben, die sich - mittlerweile trocken - noch um das heutige Schloss ziehen. 1569 ließ der Herzog die Burg durch seinen Hofbaumeister Maximilian Pasqualini instandsetzen, 1646 wurden ihre Wehranlagen modernisiert. Wie anderswo auch zerstörten 1689 die abziehenden französischen Truppen Stadtbefestigung und Schloss, das fast vollständig verfiel.

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Auf der Nordwestecke des Burgplatzes ließ ab 1854 der reiche Kölner Kaufmann Gustav Otto Bunge durch den Kölner Neugotiker Vincenz Statz ein neues Schloss errichten, das mit seinen zwei Türmen und drei ineinander verschachtelten Flügeln die bizarre Silhouette eines bürgerlichen Traums vom Mittelalter vorführt, innerlich aber hochmodern organisiert war mit Wirtschaftszone im Keller, Repräsentationsräumen im Erdgeschoss, herrschaftlichen Wohnräumen im Obergeschoss und Personal- und Gästezimmern darüber.

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Seit 1954 im Besitz der Stadt, enthält das äußerlich recht gepflegte Schloss heute ein Museum. Innen ist die Pracht der neugotischen Räume sehr verblasst und erinnert kaum noch an das noble großbürgerliche Landhaus. Auf dem Weg zum Schloss steht das überlebensgroße Barbarossadenkmal. Die Statue zeigt Kaiser Friedrich I. Barbarossa von Hohenstaufen, der wegen seines roten Bartes den Beinamen "Barbarossa" bekam. Aus seinen zahlreichen Aufenthalten im Reichshof und Pfalzort Sinzig gründet sich schließlich auch der Begriff "Barbarossastadt" Sinzig.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Sinzig, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Das Burgareal ist frei zugänglich. In der Burg befindet sich das Kunstmuseum der Stadt Sinzig.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Be- und Anwohner und nehmen Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder.

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