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Burg Vischel

Geschichte:
Traumverloren und weit abgeschieden von den Verkehrsströmen im Ahrgebiet liegt die Burg Vischel im weiten, sanft gewellten Vischelbachtal. Hier hatte die Abtei von Prüm seit mindestens 893 Landbesitz, der von einem Hof mit Eigenkapelle bewirtschaftet wurde und im 11. Jh. an die Grafen von Are kam.

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Römische Funde belegen eine sehr alte Siedlungsstätte, doch eine Burg zu Vischel wurde erst im Jahre 1115 aktenkundig, da sie als Eigentum des Grafen Theoderich von Are von Kölner Truppen zerstört wurde. Ein Ministerialengeschlecht von Vischel, Lehensleute des Grafen von Are, saß hier nachweislich schon 1133 und wurde mitsamt der Wiederaufgebauten Burg um 1190 dem Kölner Lehensverband unterstellt. Die von Vischel verloren spätestens im 14. Jh. Burg und Lehen, was beides ab 1364 in der Hand der Familie der Herren von und zu Gymnich war. In der Fehde der Kölner gegen Heinrich von Gymnich wegen seiner notorischen Raubritterei wurden 1390 seine Burgen Gymnich und Vischel und sein Burghaus auf Are zerstört. Gymnich baute er 1395, Vischel 1399 wieder auf und erklärte es zum Kölner Offenhaus, d.h. er verpflichtete sich, es niemals wieder für Feindseligkeiten gegen Köln zu benutzen und im Kriegsfalle eine kölnische Einquartierung zu dulden.

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Um 1560 etablierte sich eine Nebenlinie der Gymnich in Vischel, von der es 1737 dem Freiherrn Karl Otto Theodat von und zu Gymnich, dem späteren kurkölnischen Premierminister, übereignet wurde. Mit seinem Sohn starben die Gymnichs aus; 1825 erbte Max Felix Graf von Wolff-Metternich zur Gracht, der im mittelalterlichen Grabenring und auf den Fundamenten der Burg 1829 eine Hofanlage mit einem kleinen Herrenhaus erbaute. Seine Enkelin brachte Vischel (und Gymnich) an ihren Mann Franz Vicomte de Malstre und bestimmte 1920 als potentielle Nacherben im Falle des Aussterbens der de Malstres die eventuellen Kinder ihrer Tochter, die mit einem Freiherren Holzschuher von Harrlach verheiratet war. 1968 starb Rudolf Vicomte de Maistre als letzter seines Hauses auf Gymnich, und es erbte Jörg Freiherr Holzschuher von Harrlach, der Vischel grundlegend sanierte.

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So präsentiert sich heute die ehemalige befestigte Wasserburg als grabenumgebenes Landschlösschen mit Herrenhaus und z.T. barocken Wirtschaftsgebäuden in mittelalterlichen Umfassungsmauern um einen Innenhof, längst nicht mehr durch einen Graben zweigeteilt, wie es für einen Rittersitz obligatorisch gewesen war. Das schlichte fünfachsige Herrenhaus ist über dem hofseitigen Eingang mit dem Wappen des Erbauers und seiner Ehefrau geschmückt, in der Schmalseite findet sich ein älteres Gymnich-Wappen, und in die Außenfront ist das Wappen de Maistre eingelassen.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Berg, Bad-Neuenahr-Ahrweiler, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:
Vom Ahr-Radweg zweigt am Ortsrand von Kreuzberg, zwischen Altenahr und Hönningen, eine Straße in Richtung Berg und Rheinbach ab, die das Vischeltal hinauf und an der Burg vorbei führt.

Anfahrt mit dem Auto:
Die Burg ist mit dem Auto nur aus Richtung Berg zugänglich, da die Straße an der Burg endet.

Literatur:

Links:

Die privat bewohnte Burganlage ist von der Straße im Vischeltal gut zu übersehen.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Be- und Anwohner und nehmen Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder.

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