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Ruine Wensburg

Geschichte:
Auf einem Bergvorsprung im Tal der Liers ragt über die Baumkronen ein klobiger viereckiger Turm mit hohem Schieferdach hinaus, der nach einer mittelalterlichen Burg aussieht. Merkwürdigerweise gibt es einen Zugang von Norden wie von Süden auf den Burgberg, der südliche aus dem Tal scheint der ältere zu sein, denn er ist besser von der Burg aus einzusehen und unter Beschuss zu nehmen als der nördliche, der über den Halsgraben führt. Der Halsgraben trennt den Bergsporn von der anschließenden Hügelkette und macht die Burg zur Spornburg wie Blankenheim und Dollendorf. Um die Kuppe des Burgplatzes ziehen sich grabenartige Vertiefungen, die gegen eine umlaufende Zwingermauer stoßen. Durch diese führen zwei spitzbogige Tore mit Rechteckblenden zum Einschlag von Zugbrücken.

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Innerhalb der Zwingermauer steht auf künstlichem Plateau ein relativ kleines mauerumgebenes Rechteck mit Tor und Bergfried nach Norden. Die Ersterwähnung der Wensburg im Jahre 1401 beschreibt sie mit Mauern, Toren, Gräben, Vorburg und Häusern als vollwertige Burg. Im innersten Mauerring erkennt man Reste von Nischen, Fenstern und Kaminen sowie die Gruben eingestürzter Keller. Der äußere Mauerring wird die Vorburg mit Zwingerfunktion umschlossen haben. Diese Burg gehörte 1401 Dietrich von Gymnich, der sie vielleicht auch gebaut hat; ein älteres Rittergeschlecht von Wensburg gab es offenbar nicht. Dass Dietrich sie dem Erzbischof von Köln zu Lehen und Offenhaus antrug, spricht für eine gewisse strategische Bedeutung als Talsperre an einem alten Verkehrsweg.

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Burg und Herrschaft wurden innerhalb der Verwandtschaft weitergegeben, im 15. Jh. an die Herren von Orsbeck, die 1539 15 Dörfer der Umgebung hinzuerwarben. 1690 gehörte sie den Freiherren von Bourscheid, 1760 den Freiherren von Lützerode, die sie 1817 nach dem Verlust aller Herrschaftsrechte verkauften. 1831 erwarb sie Karl Theodor Risch und brach die Gebäude zum großen Teil ab, nachdem sie zweimal der Zerstörung durch die Franzosen entgangen waren.

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Die heutigen Besitzer haben die Pflege der Ruine eingestellt. Nach Zeichnungen aus dem 18. Jh. waren von innen an die damals wohlerhaltene äußere Zwingermauer Gebäude angesetzt und wie die Torhäuser noch unter Dach. Die Hauptburg bestand aus zwei zweigeschossigen Wohnhäusern auf der Nord- und Ostseite des Berings; Süd- und Westseite waren durch hohe Wehrmauern geschlossen, so dass sich eine vierseitige Anlage ergab mit dem Bergfried neben dem Tor. Der Turm trug einen hohen spitzen Helm mit einer Laterne als Ausguck für den Wächter. Vor etwa 100 Jahren wurde der Bergfried noch einmal wohnlich ausgebaut und überdacht, was heute allmählich dem Vandalismus zum Opfer fällt.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Liers, Verbandsgemeinde Altenahr, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:
Vom Ahr-Radweg führt in Liers, zwischen Hönningen und Dümpelfeld, eine Straße das Liersbachtal hoch in Richtung Oberliers.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die Ruine ist nur zu Fuß oder mit den Rad zu erreichen, das Burgareal ist frei zugänglich.

Bitte bleiben Sie auf den Wegen und beachten die Naturschutzbestimmungen.

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