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Zehnthof in Sinzig

Geschichte:
Was sich heute bescheiden hinter dem Namen Zehnthof versteckt, übertrifft das so genannte Schloss in jeder Hinsicht. Auf dem Kirchenhügel wird als Ursprungsbau eine römische Villa vermutet, wozu Bodenfunde Anlass gaben. Später soll es hier eine römische Befestigung mit Aula gegeben haben, die König Pippin in eine Königspfalz umwidmete. Sicher ist, dass es in Sinzig eine solche Pfalz gegeben hat, in der die in Frankfurt gewählten Könige abstiegen, bevor sie sich durch das Ahrtal über die Landskron auf den Weg nach Aachen machten, wo sie gekrönt wurden.

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Die unmittelbar benachbarte spätstaufische Pfarrkirche St. Petrus entstand aus der Kapelle, die Kaiser Lothar 855 dem Aachener Marienstift schenkte (o. Komma) und die die ehemalige Pfalzkapelle gewesen sein dürfte. Die ebenfalls dem Stift verliehenen Zehnten wurden über den Zehnthof eingenommen, der wie Stadtmauern und Schloss 1689 von den Truppen Ludwigs XIX. zerstört wurde. Anders als diese aber wurde er schon 1697 wieder aufgebaut, während Schloss und Mauern bis zum 19. Jh. fast vollständig zerfielen.

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1804 wurde das Aachener Stift enteignet, und den Zehnthof erwarb 1808 der Sinziger Gerichtsschreiber Johann Peter Broicher, dessen Familie ihn bis 1974 besaß. Sein Sohn Karl Anton stieg 1855 zum Präsidenten des Kölner Appellationsgerichts auf und begann im gleichen Jahre, den Zehnthof in einen standesgemäßen Familiensitz auszubauen. Er legte umfangreiche Gartenanlagen anstelle der früheren Weinberge an, wofür er den ihm persönlich bekannten Berliner Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné gewann. Den barocken Kernbau hatte K.A. Broicher schon vorher modernisieren lassen.

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Ab 1864 entstand die große neugotische Villa anstelle der Zehntscheune, die mit ihren aufwendigen Werksteinarbeiten, Holzvertäfelungen und Wandmalereien das nur wenig ältere Sinziger Schloß weit in den Schatten stellte. Insbesondere der große Saal mit seiner gotisch anmutenden Faltwerkvertäfelung und dem laubwerkornamentierten Sandsteinkamin untermauert den hohen gesellschaftlichen Anspruch seines Bauherrn, der sich formal an den preußischen Königsschlössern am Rhein orientierte, ohne deren Qualität und Größe erreichen zu wollen. Der Hof zwischen den beiden Gebäuden wurde durch zwei Zwischentrakte mit malerischen Fachwerkgalerien und eine klassizistisch anmutende Orangerie geschlossen. Alle baulichen Details bestechen durch eine ungewohnte Qualität in Entwurf und Ausführung. Nach Übergang der Anlage in den Besitz der Stadt Sinzig 1974 geriet sie in Verfall und wurde teilweise abgebrochen, bis 1979 der heutige Eigentümer Dieter Schewe den ganzen Zehnthof kaufte und in fünfzehnjähriger Arbeit vorbildlich wiederherstellte.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)

Ortslage:
Sinzig, Kreis Ahrweiler

Anfahrt mit dem Rad:

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die Burg ist in Privatbesitz, von außen aber überschaubar.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Be- und Anwohner und nehmen Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder.

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