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Burg Buschfeld

Geschichte:
Die Nähe zur Landesburg Lechenich hat das Schicksal der Burg Konradsheim bestimmt. Die Burg der schon 1160 erwähnten Herren von Cunresheim wurde Anfang des 14. Jahrhunderts durch Arnold von Buschfeld neu erbaut und mußte 1337 mit Vorburg und Gräben dem Erzbischof von Köln zu Lehen und Offenhaus übereignet werden. Als abhängiges Lehen erhielt er sie gegen Entgelt zurück. Mit diesem Trick versicherten sich die neuen Landesherren zwangsweise der uneingeschränkten Loyalität ihrer Ritterschaft, der sie sich im Gegenzug ebenfalls stark verpflichteten. Konradsheim war zudem eine willkommene Verstärkung der Burg Lechenich während deren Neubau, und als Lechenich fertig war, mußte der neue Lehensträger, Gerhard Beissel, 1354 Konradsheims Türme, Mauern und Zinnen wieder abtragen! Wilhelm von Haes baute die Burg 1548 nach dem alten Plan neu auf, und so kann man hier eine Burg des 14. Jahrhunderts in der Fassung des 16. Jahrhunderts bewundern. Von der einst dreiflügeligen Vorburg steht noch der hohe schmale Südflügel. Das Herrenhaus auf eigener Insel erhebt sich über hohem Sockelgeschoß mit einem massiven Palas und insgesamt einst vier runden Ecktürmen, die an den freien Seiten durch hohe Wehrmauern miteinander verbunden waren. Torbau mit Zugbrückenvorrichtung, Treppenturm und offene Holzgalerie an der Hoffront vermitteln ein noch sehr mittelalterliches Bild, das etwas gemildert wird durch den eleganten Wappenerker und die lichten großzügigen Innenräume, die heute ein Antiqitätengeschäft beherbergen. Etwa abseits der Bliesheimer Straße, in der Nähe des Einkaufszentrums, liegt Haus Buschfeld in einer Parkanlage. Betritt man das Gelände des Hauses Buschfeld von der Merowinger Straße, so führt der Weg zur Einfahrt der ehemaligen Vorburg. Rechts vom Weg liegt etwas abseits in einer Parkanlage das barocke Herrenhaus, ein zweigeschossiges, rotgefasstes Backsteingebäude mit Walmdach, das durch Ankerzahlen auf das Jahr 1711 datiert ist. Über dem repräsentativen Eingang an der Langseite ist ein Wappenstein mit dem Allianzwappen Quadt/ Hatzfeld angebracht.

Über eine dreibogige Brücke gelangt man zu der großen korbbogigen Einfahrt der ehemaligen Vorburg, die an drei Seiten noch von einem Wassergraben umschlossen wird. Rechts neben der Toreinfahrt befindet sich ein verwitterter Wappenstein, der von der vormaligen Burg zu stammen scheint. Über der Toreinfahrt ist ebenfalls ein Wappen als Schlussstein zu sehen. Auf beiden Steinen ist das Wappen der Quadt zu erkennen. Beim Umbau der ehemaligen Vorburg zu einer modernen Wohnanlage ist Wert darauf gelegt worden, den Charakter des Burghofes zu erhalten.

Buschfeld wird erstmals 1276 im Besitz des Ritters Wenemar von Gymnich erwähnt. 1340 war die befestigte Burg, das castrum Buschfeld, im Lehnsbesitz des Johann von Buschfeld. In der Zeit der Fehden waren die Ritter von Buschfeld häufig in solche verwickelt und in finanziellen Schwierigkeiten. Bei der Erbteilung nach dem Tode Johanns im Jahre 1417 erhielt Wilhelm, Ritter und Hofmeister des Erzbischofs von Köln, Haus Buschfeld; Hermann die Gracht in Liblar. 1447 verkaufte Johann von Buschfeld, Wilhelms Sohn, den Adelssitz an den Ritter Everhard Quad. Mehr als 300 Jahre blieb Haus Buschfeld im Besitz der von Quadt. Nach dem Tode des letzten Freiherrn von Quadt fiel der Adelssitz an die nächsten Verwandten, die Grafen von der Leyen, die von 1762 bis 1785 belehnt waren.

Im Jahre 1705 stürzte das Wohnhaus ganz unerwartet ein. Hugo Damian Adolf Quadt und seine Frau Maria Adriana von Hatzfeld erbauten 1711 ein neues Haus außerhalb des alten Grabensystems. 1714 übernahm Adriana von Hatzfeld das Haus als Witwensitz. Das alte Haus ließ sie 1730 niederlegen. Aus dem alten Baumaterial wurden neue Stallungen errichtet.

1863 gelangte Haus Buschfeld durch Verkauf an Generaldirektor Dr. Wege in bürgerlichen Besitz. Der zum Hause Buschfeld gehörende Hof wurde als landwirtschaftlicher Musterbetrieb geführt. Das Wohnhaus wurde 1924-1926 vom Rheinischen Bauernverein renoviert und umgestaltet. Der ebenfalls zum Hause Buschfeld gehörende Bremer Hof wurde 1872 auf Abbruch verkauft. Das Fachwerkhaus soll in Bliesheim wieder aufgebaut worden sein und in der heutigen Merowingerstraße stehen. Der letzte Besitzer des Hauses Buschfeld, Heribert Meller, ließ die Gebäude des ehemaligen Burghofes zu einer Wohnanlage umbauen. Das Haus mit dem Park verkaufte er 1997 an den Kölner Juristen Dr. Hendel, der mit seiner Familie einen Teil des umfassend sanierten Hauses bewohnt.

Auszug aus: Denkmäler in Erftstadt. Loseblattsammlung. Hg. AHAG Lechenich in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Erftstadt.

Ortslage:
Lieblar, Erftstadt, Erftkreis

Anfahrt mit dem Rad:

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:
Haus Buschfeld

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