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Burg Redinghoven

Geschichte:
Von einstmals mindestens fünf Wasserburgen und weiteren wasserumwehrten adeligen Höfen in Friesheim (Erftstadt-Friesheim, Erftkreis) ist nur die sogenannte Redinghovener Burg einigermaßen anschaulich erhalten, deren Name aber erst aus dem 18. Jh. stammt. Damals war sie durch Heirat an Johann Gottfried Freiherrn von Redinghoven gekommen, der den bis dahin namenlosen Hof des Kölner Domkapitels zum Adelssitz umfunktionierte. Burg und Ort sind natürlich viel älter. Der Ort entstand schon in fränkischer Zeit in hochwasserfreier Lage beidseits des Rotbaches und war Sitz eines Edelherrengeschlechtes von Friesheim, das mit Graf Emundus um 830 ausstarb. Dieser hatte seinen ganzen Besitz dem Kölner Domstift vermacht und wurde zum Dank im Dom begraben. Seitdem ist Friesheim unter Lehenshoheit von Köln geblieben und wäre im hohen Mittelalter fast zur Stadt geworden; Wall, Graben und fünf gemauerte Tore hatte es schon und behielt sie bis ins 17. Jh.. Am heutigen Dorfgrundriss ist die viereckige mittelalterliche Grundrissform noch ablesbar.

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In der Rotbachaue lagen die "Burgen", die mit den drei weiteren adeligen Lehen nun keineswegs als Herren des Dorfes anzusehen waren, sondern nur über größeren Grundbesitz als die bäuerlichen Höfe verfügten und gewisse steuerliche Privilegien hatten. Herr des Dorfes, das als Kölner Unterherrschaft galt, war immer das Domstift; die Gerichtsbarkeit war an eine der Burgen vergeben.

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Die Redinghovener Burg
An der nördlichen Dorfecke von Friesheim liegt die Redinghovener Burg, die im 15. Jh. im Besitz der Familie von Steprath auftaucht, ihrerseits Lehensleute des Stiftes. 1476 wird das Erbe zwischen zwei Brüdern geteilt und fällt an wechselnde adelige Besitzer, bis es 1602 Thomas von Wesel an Hans von Hoheneck verkauft. Der allerdings erwarb eine von holländischen Truppen niedergebrannte Ruine, die er wiederaufbauen musste. 1669 sitzt hier die kölnische Familie von Judden, deren letzter 1735 starb. Seine Witwe, geb. von Wymar (vielleicht von der Wymarsburg in Friesheim!), heiratete eben jenen Baron Redinghoven und überlebte auch ihn. Sie vererbte das Gut 1761 ihrem Bruder, dem Kölner Bürgermeister Franz Kaspar von Wymar, der die ganze Anlage wohl umfassend erneuerte.

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Lediglich der Torbau von 1741 geht noch auf den Herrn von Redinghoven zurück, und der Unterbau des Herrenhauses dürfte noch mittelalterlich sein. Während der Rest der noch um 1810 höchstens zweiflügeligen Vorburg im 19.Jh. zur heutigen Dreiflügeligkeit ausgebaut wurde, dürfte die Hauptburg wenigstens im Nordostflügel noch Substanz des 17. Jh. aufweisen. Mit dem anschließenden Ostflügel ergab sich eine typische Winkelanlage, die dann im 18. und 19. Jh. zur heutigen vierflügeligen Gebäudegruppe vervollständigt wurde.

Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Erftstadt-Friesheim, Erftkreis

Anfahrt mit dem Rad aus östlicher Richtung:
Burg Redinghoven liegt am nördlichen Ortsrand von Friesheim und direkt am Weg der "Euskirchener Burgenrunde". Von der "Wasserburgen-Route" aus queren Sie in Klein-Vernich die L 163 und folgen dem asphaltierten, breiten Feldweg bis nach Friesheim, queren die L 33 und folgen rechts "Auf dem Kreuzberg" und dem "Niederweg". Am Ende des Ortes liegt links die Zufahrt zur Burg.

Anfahrt mit dem Rad aus nördlicher Richtung:
Verlassen Sie in Erftstadt-Blessem an der Frauenthaler Straße die Erft nach rechts und folgen den Schildern der "Euskirchener Burgenrunde" über Lechenich und Ahrem nach Friesheim.

Anfahrt mit dem Auto:
BAB A 61, Ausfahrt Erftstadt, Richtung Lechenich. In Lechenich am Ende des Marktplatzes links auf der Klosterstraße über Ahrem nach Friesheim. Im Ort links in die "Weilerswister Straße" abbiegen, dann links "Auf dem Kreuzberg" und dem "Niederweg" folgen. Am Ende des Ortes liegt links die Zufahrt zur Burg.

Literatur:

Links:

Auf der privat bewohnten Burg, die selbst nicht besichtigt werden kann, befindet sich ein kleiner Verkaufsladen mit Erfrischungsmöglichkeiten, der die meiste Zeit tags über geöffnet hat.

Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die angebrachten Hinweisschilder und respektieren Sie unbedingt die Privatsphäre der Bewohner.

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