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Burg Vlatten

Geschichte:
Die Burg in Vlatten ging aus einer karolingischen Königspfalz hervor, die durch die urkundlich festgehaltenen Aufenthalte deutscher Könige überliefert ist. Ludwig der Fromme, Sohn und Nachfolger Karls des Großen, machte hier auf einer seiner Reisen durch das Reich im Jahre 838 Station und sein Sohn Kaiser Lothar I. im Jahre 846. Dieser königliche Besitz ging dann zum geringeren Teil an die Abtei Siegburg, die in Vlatten seit dem Jahre 1181 als Grundherr nachgewiesen ist. Gleichzeitig taucht das Geschlecht der Herren von Vlatten mit allodialem, d.h. lehensfreiem Besitz auf. Eine burgartige Befestigung werden sie zu diesem Zeitpunkt besessen haben. Im 13. oder 14. Jh. kam die Herrschaft Vlatten samt Burg durch Kauf in den Besitz einer Linie des Hauses Merode, die in der Folge zwar weiterhin des merodesche Wappen, aber nur noch den Namen Vlatten führte. 1385 trug Johann von Vlatten seine Burg mit Vorburg und Befestigungen dem Herzog von Jülich zu Lehen auf und verzichtete damit wie seine Standesgenossen auf seine bisherige Unabhängigkeit. Seitdem war Vlatten landtagsfähiger Rittersitz. 1448 erhielt Sybert von dem Bongart die Hälfte des Besitzes; Mitte des 16. Jahrhunderts fiel dieser Teil durch Heirat der Erbtochter Katharina an die Beissel von Gymnich., von ihnen ebenfalls durch Heirat 1705 an die von Bocholtz zu Lobberich, während der andere Teil bei denen von Syberg zu Eicks war. Von den Bocholtzschen Erben, den Freiherren von Mirbach und denen von Bentinck, erwarben die Syberg 1787 deren Anteil. Nach Andreas Bewer (1808) und Heinrich Floer (1832) ist 1883 der pensionierte Generalmajor Ernst Freiherr von Gagern Eigentümer des Rittergutes, und seinen Nachfahren gehört die Burg bis heute.

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Hinter dem straßenseitig gelegenen, von Ernst von Gagern errichteten neuen Gutshaus findet sich die mittlerweile fast völlig zugewachsene Ruine der Burg des 14. Jahrhunderts. Von der ehemals zweiteiligen Wasserburg, deren Gräben trocken sind und deren Vorburg unter den modernen Hofgebäuden begraben ist, findet sich noch ein kastellartiger Grundriß mit vier runden Ecktürmen und Umfassungsmauern. Nur zwei Türme aus sorgfältig quaderverkleidetem Mauerwerk, einer mit Zinnenkranz, sind erhalten, der Rest ist nach Ausgrabungen 1913 etwas über Erdniveau erhöht worden.

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Von der zweiten Vlattener Burg, der sogenannten Unterburg südöstlich des Dorfes, ist noch weniger erhalten. 1401 genannt als Besitz des Jordan Muil von Sinzig, gehörte diese Anlage schon 1547 den Herren von Vlatten, die sie wohl nicht besonders pflegten, denn seit dem 17. Jh. ist sie Ruine. Mitten auf der Weide steht die Ecke eines Bruchsteinwohnturmes aus dem 16. Jh., und Geländeunebenheiten weisen auf Reste von Wall und Graben hin. Eine Vorburg hat es wohl auch gegeben.

Von Holger A.Dux, Bauhistoriker aus Aachen
(Auszug aus: Die Dürener Burgenrunde - Radeln zwischen Rur und Eifel) Stand: 12.5.01

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Ortslage:
Vlatten, Stadt Heimbach, Kreis Düren

Anfahrt mit dem Rad:

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Die Burg befindet sich in Privatbesitz.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der An- und Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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