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Burg Arloff

Geschichte:
Die Burg Arloff an der Erft gehört zu den typologisch wichtigsten Burgen des Rheinlandes, was man der unauffälligen Gebäudegruppe in der Erftaue nicht ansieht. Ursprünglich von Gräben umwehrt, die aus der nahen Erft gespeist wurden, war sie wegen ihrer Lage auf der Grenze zwischen dem Kurfürstentum Köln und der Grafschaft Jülich von größerer strategischer Bedeutung, als ihre Erscheinung heute vermuten läßt. Kern ist der einzigartig original erhaltene Wohnturm von 1269, erbaut von Gerlach von Dollendorf aus dem Geschlecht der Edelherren aus der Burg Dollendorf an der Kyll, die zu den ältesten, reichsten und vornehmsten Adelshäusern der Region gezählt wurden.

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1278 erstmals erwähnt, als ihr Besitzer die Burg mit zugehörigem Land und allen Rechten dem Erzbischof von Köln zu Lehen auftragen mußte, nachdem dieser ihn gefangengenommen hatte, wurde Arloff schon 1288 durch die Folgen der Schlacht von Worringen wieder frei. Der Graf von Jülich befand sich auf der Seite der Sieger über den Erzbischof und trat seine Nachfolge als Lehensherr über Arloff an. Allerdings beließ man es für die Zukunft dabei, sich nicht weiter um eine kleine alte Burg zu streiten und berief ihren Besitzer der Einfachheit halber zu den Landtagen beider Fürstentümer. Ein solch fauler Kompromiß war immerhin - heute undenkbar- für mehr als 500 Jahre tragfähig.

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Nach dieser vielversprechenden Anfangszeit wurde die Burg nicht weiter als Adelssitz ausgebaut, sondern stets als Gutshof genutzt und entsprechend umgestaltet. Ihre Eigentümer, im 15. und 16. Jh. die Herren von Mirbach, im 17. und 18. Jh. die von Friemersdorf gen. Pützfeld wohnten hier nicht, so daß relativ wenig Neubauten entstanden. Erst Philipp Wilhelm von Mockel, Bürgermeister von Köln, ließ 1699 das Pächterhaus neben einem älteren Wohnhaus erbauen. Der vorgelegte Wirtschaftshof enthält schlichte Nutzbauten aus Bruchstein und Fachwerk, die nicht vor dem 18. Jh. entstanden sind.

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Der 1989 restaurierte und wieder verputzte massive Bruchsteinturm mit der barocken Haube ist einschließlich älterem Sockelgeschoß viergeschossig und enthält zwei Wohngeschosse mit Kaminen und gemauerten Sitzen in den tiefen Fensternischen. Der rundbogige Eingang im ersten Obergeschoß ist einem späteren Umbau zu verdanken, denn der Bau des 13. Jh. war durch das Untergeschoß zugänglich. Es wäre also schon von daher falsch, den Arloffer Turm als Bergfried zu bezeichnen.Das barocke Dach überdeckt heute das ehemalige Wehrganggeschoß und verschleiert etwas den Eindruck des nüchternen, zweckorientierten Wehrbaues aus frühgotischer Zeit, wie es ihn in dieser Klarheit sonst nicht mehr gibt.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Arloff, Bad Münstereifel, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 6) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 4) führen durch Arloff. Von Iversheim kommend führt vor dem Ortseingang die Münstereifeler Straße hinunter zur Erft. Auf der anderen Seite liegt links die Zufahrt zur Burg.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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