Geschichte:Die Burg am nordöstlichen Rand des Dorfes Berg beherrscht das enge Tal und die zwei hier zusammenlaufenden historischen Straßenzüge, die bis in die Römerzeit zurückgehen. Berg entstand aus einer "villa", die 699 der heilige Willibrord von der hochadligen Irmina von Oeren geschenkt erhielt. Sein Besitznachfolger war die Abtei Echternach, die den Echternacher Hof und eine Willibrordiskirche errichtete. Diese, mitten im Dorf gelegen, wurde 1883 abgerissen. Im 9. Jh. mußte man wegen der Normanneneinfälle eine Schutz- und Fluchtburg anlegen, die im Tal unterhalb des Ortes lag und eine sehr einfache Motte war. Irgendwann zwischen dem 12. und 14. Jh. wurde stattdessen die heutige Burg Berg gegründet, Stammsitz der Herren von Berg. Diese gehörten zur Ritterschaft des Herzogtums Jülich und besaßen zeitweilig bis zu sechs Burgen.
1530 kam der landtagsfähige Rittersitz Berg durch Heirat an Johann von Gülich, in dessen Familie er bis 1749 blieb. Dann brachte die Erbtochter Clara den Besitz an ihren Gatten, den Freiherrn von Beeck. Der völlig überschuldete Besitz musste 1782 zwangsversteigert werden. Der Käufer, Clemens August Freiherr von Syberg zu Eicks, gewährte der verarmten Clara Wohnung und Unterhalt bis zu ihrem Tode, wonach die Burg als adliger Wohnsitz ausgedient hatte und verpachtet wurde. Von den Syberg gelangte Berg wie Eicks 1899 an den Freiherrn von Hövel, von dessen Tochter an deren Mann Gisbert Freiherrn von Geyr zu Schweppenburg und wurde 1969 an Oskar Rolff verkauft. Von dessen Erben erwarb 1972 Mathilde Weber aus Bonn den nach wie vor verpachteten landwirtschaftlichen Betrieb.
Trotz der erhöhten Lage war auch Berg einst eine Wasserburg, getrennt in Herrenhaus und Vorburg. Das Herrenhaus ist ein langgestreckter Bruchsteinbau aus mehreren Bauphasen, deren älteste des 13. Jh. im Unterbau des Turmes steckt. Vollendet wurde der Turm im späten 14. Jh. zum Wohnturm mit Kaminen und Abortanbau. Um 1500 entstand der größte Teil des zweigeschossigen Burghauses, das dem zu Langendorf verwandt ist und wie dieses ein über Konsolen weit vorgekragtes Dach hatte.
Auch innen fand sich eine ganz ähnliche Aufteilung in einen großen Saal und ein kleineres Zimmer, später durch Zwischenwände unterteilt. Der zugehörige Treppenturm liegt an der Rückseite, wo sich möglicherweise ein weiterer Flügel anschloss. Dachstuhl und Fenster wurden in der Barockzeit verändert und wie viele andere Details durch gute Pflege bis heute authentisch bewahrt. Die dreiflügelige Vorburg ist nach einem Brand Anfang des 20. Jh. erneuert worden, nur die Außenmauern des straßenseitigen Traktes entstammen noch dem 16. Jh.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus:
Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)
Ortslage:Berg, Stadt Mechernich, Kreis Euskirchen
Anfahrt mit dem Rad:Die "Wasserburgen-Route" (Tour 3) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 6) führen unmittelbar an der Burg Berg vorbei.
Anfahrt mit dem Auto:
Literatur:
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