Geschichte:Die Burg zu Bodenheim ist der einzige erhaltene Adelssitz in der ehemaligen brabantischen Herrschaft Lommersum, von der sie bis 1794 zu Lehen ging. Schon 1196 wird hier ein Ortsadelsgeschlecht genannt, das sicher von der Burg stammt und gegen Ende des 14. Jh. ausstarb. Erben waren die Brent von Vernich, dann die von Tomberg, die im 16. Jh. den größten Teil der noch bestehenden Burg bauten. 1625 erheiratete der kurkölnische Amtmann Daniel von Hersel den Besitz, dessen Familie fast 200 Jahre in Bodenheim ansässig war, bis Graf Edmund von Hatzfeld-Weisweiler, der Gatte der letzten Erbtochter, es 1845 an den Herzog von Arenberg verkaufte. Dessen Pächterfamilie Kieselstein erwarb Bodenheim 1934 und bewohnt es heute wieder.
Burg Bodenheim ist in ihrer Anlage deutlich erkennbar eine zweiteilige Wasserburg mittelalterlichen Ursprungs, deren malerisch verwinkeltes Herrenhaus auf einer künstlichen Anschüttung liegt und von einem Wallgraben umgeben ist. Der Graben ist seit einigen Jahrzehnten trocken. Es könnte dem Bau eine Motte Zugrundeliegen. Ältester Teil ist der Westflügel mit Eckturm und Treppenturm im Hof, der ursprünglich wohl nur in jedem Geschoss zwei beheizbare Räume enthielt und dem 15. Jh. entstammen dürfte.
Der Zwischentrakt mit Treppengiebel und der Osttrakt mit dem jüngeren Mansarddach kamen im 16. Jh. hinzu. Innen sieht man vorwiegend Formen des 17. und 18. Jh.. Der leuchtende gelbe Anstrich ist modern. An der seitlichen Zufahrt in die große Vorburg wird ihr mittelalterlicher Ursprung deutlich; denn Torhaus und Westmauer erscheinen einheitlich 1589 neu erbaut - das Wappen ist später eingefügt worden.
Das rundbogige Tor wird von einer rechteckigen Blende für die Zugbrücke eingefasst und hat hofseitig noch eine Holzgalerie, wie sie einst überall üblich war und erst im 17. Jh. allgemein durch wettergeschützte Korridore ersetzt wurde. Bis auf ein Rundbogentor im anschließenden Wirtschaftstrakt sind alle Vorburggebäude im 19. und 20. Jh. erneuert worden.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus:
Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)
Ortslage:Bodenheim, Weilerswist, Kreis Euskirchen
Anfahrt mit dem Rad:Die "Wasserburgen-Route" (Tour 2) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 1) führen an Bodenheim vorbei. Von der Erftbrücke führt die
Kuhgasse nach 400m direkt zur Burg.
Anfahrt mit dem Auto:
Literatur:
Links:
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