Geschichte:Weit abseits des fränkischen Dorfes Dollendorf wurde die gleichnamige Burg im Hochmittelalter beherrschend und mit weiter Aussicht auf einem Felssporn über dem Ahrtal angelegt. Schon im Jahre 1077 sind hier die reichen und mächtigen Edelherren von Dollendorf bezeugt, die trotz gelegentlicher Lehensbindungen an größere Herren letztendlich unabhängig blieben. So konnte es sich Gerlach von Dollendorf in der zweiten Hälfte des 13. Jh. leisten, vier Burgen zu unterhalten, seine Dienste auf die Grafen von Luxemburg, die Grafen von Jülich und den Erzbischof von Köln zu verteilen und an deren Kriegen gegeneinander wechselweise teilzunehmen.
Die allmähliche Verarmung und schließlich das Aussterben der Edelherren von Dollendorf im 15. Jh. beendete den Versuch, mit der vorgelagerten ummauerten Siedlung "Schloßthal" eine privilegierte Kleinstadt nach dem Eifeler Burg-Thal-Schema zu begründen, wie es den Blankenheimern und vielen anderen gelungen ist. Jeweils über Erbtöcher ging die reichsunmittelbare Herrschaft an die von Brandenburg, dann an die von Finstingen, 1467 an die von Haracourt, 1536 an die Grafen von Manderscheid-Kail, die sich selten hier aufhielten und außer der Antoniuskapelle (1701) und dem Kreuzweg kaum etwas bauten.
1742 beerbten die Grafen von Manderscheidt-Blankenheim die Kaller Linie und wurden 1794 als Souveräne von der französischen Regierung enteignet, die Burg 1810 auf Abbruch verkauft. Während die Ringmauer von Schloßthal über größere Strecken überdauerte und zum Anbau bäuerlicher Wohnhäuser herhalten mußte, sieht man von der Burg heute nur noch einige Mauer- und Turmreste, die 1980 konserviert wurden.
Noch die Ruine läßt am annähernd ovalen Grundriß ihre frühe Gründung im 11. Jh. erkennen. Stelle Hänge zum Tal machten sie von drei Seiten uneinnehmbar; zu erreichen war sie nur von Süden über die Hochebene und war hier durch Wall, Graben und Mauern geschützt. Zusätzlich hatte man wohl im 14. Jh. zwischen dem älteren Mauertor und dem Wall einen Zwinger mit Torturrn angelegt. Durch sie betrat man den engen, dunklen Innenhof der turmbewehrten Ringmauerburg. Die Wohngebäude waren von innen an die Ringmauer angebaut, eine Art Palas dominierte die Westseite.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus:
Der Ahr-Radweg - Radeln zwischen Rhein und Eifel)
Ortslage:Schloßthal, Blankenheim, Kreis Euskirchen
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