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Haus Dürffenthal

Geschichte:
Breit gelagert und herrschaftlich liegt die Burg Dürffenthal inmitten ihrer Ländereien in den Rotbachauen unterhalb von Ülpenich. Erst beim näheren Hinschauen erkennt man den mittelalterlichen Kern einer starken Ritterburg, die die längst untergegangene Ülpenicher Burg schon früh überflügelt hat. Wenn auch die Herren von Dürffenthal erst 1307 genannt wurden, so existierten sie auf ihrer Stammburg sicher schon im 13. Jh. als reiche Grundherren, die sich großzügige Kirchenstiftungen leisten konnte. Das tat auch 1347 Christian von Dürffenthal, Lehensmann und Erbschenk von Jülich, dessen Familie dennoch kurz darauf ausstarb. Ähnlich verfuhren die neuen Besitzer, die von Berg zu Blens, Hausen und Irnich, die unter anderem das Kloster zu Bürvenich reich bedachten. Dürffenthal wurde ihr Hauptsitz, bis 1809 Johann Balduin von Berg alles verkaufte und nach Preußen auswanderte. 1818 erwarb Andreas Heuser Burg und Gut, das seine Nachfahren noch heute besitzen und bewohnen und in beispielhaft gutem Zustand erhalten.

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Wie die benachbarte Lauvenburg liegt auch Dürffenthal nahe am Rotbach, der ihre umfangreichen Grabenanlagen speist. Der doppelte Grabenring, Hinweis für eine überdurchschnittlich wirkungsvoll befestigte Wasserburg, ist nur rudimentär erhalten, so vor dem Herrenhaus und um die westlich anschließende Garteninsel. Die sehr große Vorburg besteht aus Fachwerkgebäuden des 18. und 19. Jh. sowie einem riesigen Kuhstall, der um 1900 über den alten Südostgraben gebaut wurde. Man betritt die Vorburg durch einen neugotischen Torbau von 1879. Die mittelalterliche Vorburg war kleiner und aus Stein und zudem mit Türmen verstärkt.

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Das Herrenhaus zeigt weit mehr Substanz aus glorreicher Vergangenheit. Kern ist ein Bruchsteinwohnturm des 13. Jh. im Westflügel, der ehedem vier Geschosse umfasste und freistand. Indiz dafür ist eine Abortanlage im Obergeschoss zum heutigen Innenhof - selbst im Mittelalter nicht eben üblich. Wohl schon im 14. Jh. erfolgte eine Erweiterung des Turmes um zwei Wohntrakte, wie man an deren Bruchsteinunterbau erkennt. Damit war der endgültige Umfang des nun winkelförmigen Herrenhauses festgelegt. Der Ostflügel hat noch die großen, für ihre Zeit hochmodernen Kreuzstockfenster bewahrt. Der Bau war durch Wehrmauern um den kleinen Innenhof geschützt; zusätzlich verlief ein Zwinger vor den Außenseiten, denen ihrerseits noch die große Garteninsel vorgelegt war. Im 15. Jh. errichtete man das bestehende Herrenhaus aus Backstein, das in den folgenden Jahrhunderten nur leicht modernisiert wurde. Der Eckturm stammt vom Ende des 19. Jh. und folgt einem schon im 18. Jh. verschwundenen mittelalterlichen Vorgänger.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Nemmenich / Ülpenich, Stadt Zülpich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 7) führt im Abstand von 500 m, die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 5) auf dem Weg von Nemmenich nach Eicks direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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