hier anklicken
Zum Burgen-Archiv

Zum
Burgen-Archiv
der Rheinischen
Bucht

hier anklicken
Zum Euskirchner Burgen-Archiv

Zurück
zum
Euskirchener
Burgen-Archiv
Burg Firmenich

Geschichte:
Am Rande von Firmenich, östlich des Bleibaches, liegt eine Hofanlage mit dem hochtönenden Namen Burg Firmenich. Und tatsächlich handelt es sich hierbei um eine ehemalige Wasserburg, die 1465 als freiadliger Hof erwähnt wurde, ein Lehen der Reichsherrschaft Lommersum war und in diesem Jahr von ihrem Besitzer Johann von Büdesheim an Peter von Nettersheim verkauft wurde. Von den Nettersheim kam sie durch Heirat an Heinrich von Büchel, von diesem an die Krümmel von Nettersheim. 1709 verkaufte der letzte des Geschlechtes Nettersheim das Lehngut an Dr. Johann Tils, kurkölnischen Hofgerichtskommissar und Syndicus der erzstiftischen Ritterschaft. Von seinem Sohn ist die erste Aufschwörung zum jülichschen Landtag bekannt, was die Einstufung Firmenichs als landtagsfähiger Rittersitz voraussetzt und damit die Bezeichnung Burg nach sich zieht. Als Erbe von Firmenich stirbt 1784 Peter Joseph von Doetsch, dessen Frau sie 1790 an Franz von Broe vererbt, von dem sie sein Schwiegersohn Philipp Freiherr von La Valette St. George erhält. Dessen Tochter Maria Anna von Buttlar lässt 1882 das nunmehr preußische Rittergut parzellieren. Burg und einen Teil des Landes erwirbt Joseph Bank, und seine Nachkommen leben hier noch heute.

Logo Deutscher Mittelalterring

Trockengefallene Wassergräben umgeben die einteilige Burganlage und einen Hausgarten an der Nordostseite. An der Südwestseite steht das Wohnhaus des 16. Jh., anschließend ein ehemaliges Backhaus mit barockem Mansarddach und ein Rundbogentor, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ohne das Krümmelsche Wappen von 1628 und ohne die Rollenlöcher der einstigen Zugbrücke wiederaufgebaut wurde. Die anderen Seiten des Hofes werden von einfachen Wirtschaftsgebäuden des 18. und 19. Jh. eingenommen, die vielfach verändert sind. Auch die Scheune an der Nordostseite, datiert 1844, ist verändert und folgt einem älteren Gebäude.

Logo Deutscher Burgenring

Wahrhaft bemerkenswert aber ist das Herrenhaus, das in Material und Erscheinung vom spätmittelalterlichen großbäuerlichen Wohnhaus abgeleitet zu sein scheint und auf burgliche Befestigung ganz verzichtet. Bis auf die grabenseitig massiven Erdgeschosswände besteht es aus Eichenfachwerk und ist außergewöhnlich gut und original erhalten. Es ist wie ein spätgotisches Burghaus proportioniert, lang, schmal und hoch, das Fachwerk eng und kräftig, und viele Details wie Reste eines Kreuzstockfensters und die hofseitige Galerie sind schon zu ihrer Bauzeit Ausweis von Wohlhabenheit und Stil gewesen. Vor allem die Galerie zeugt von Wohnlichkeit und Modernität, waren in der Spätgotik doch in erster Linie die adeligen Häuser mit diesem aufwendigen Bauteil ausgestattet, das eine bequemere Nutzung der Obergeschossräume gestattete, deren Schmalheit einen innenliegenden Korridor nicht zuließ.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

Logo Deutscher Mittelalterring

Ortslage:
Firmenich, Stadt Mechernich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 6) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 5) führen durch Firmenich.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

HomeLogo Deutscher Mittelalterring
Logo Deutscher Burgenring
Logo Deutscher Mittelalterring
Top