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Burg Gehn

Geschichte:
Die Bundesstraße 477 führt durch den kleinen Ort Gehn und durchschneidet dabei auch, für die meisten unmerklich, die Reste des herzoglich arenbergischen Jagdschlosses, das mit seiner Mittelachse im Verlauf der modernen Straße auf Kommern ausgerichtet war. Die andere Seite der Straße wurde erst 1853 Richtung Zülpich angelegt. Gehn gehörte zur arenbergischen Reichsherrschaft Kommern und besaß nie mehr als einen Pachthof der Herzöge, bis 1747 Herzog Leopold Philipp, Kaiserlicher Feldmarschall, hier ein Landschloss mit weiter Aussicht in die Rheinebene anlegen ließ.

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Die Pläne sahen vier einzelstehende Bauten um einen Innenhof vor, deren jeder verschiedenen Zwecken dienen sollte. Nach Süden waren Wasserbassins vorgehen, während die anderen Seiten von Baumgärten umgeben werden sollten. Die südlich die Zufahrt flankierenden Bauten waren als Ställe und Remisen gedacht; von ihnen gibt es keine Spuren mehr, und es ist durchaus unklar, ob sie jemals gebaut wurden. Die Flügel an Ost- und Westseite des einstigen Schlosshofes stehen noch, zwei langgestreckte querrechteckige Baukörper von zwei Geschossen und knapp 18 m Frontlänge, deren rundbogig genischter Mittelrisalit den jeweils sieben Fensterachsen eine klare Akzentuierung gab. Der Osttrakt enthielt Küche, Eiskeller und Wohnräume für Dienstboten; die Funktion des Westtraktes ist unbekannt. Wahrscheinlich war er für Gäste bestimmt. Nach Norden schließen sich beiderseits der Straße zwei Pavillons an, deren fast quadratischer Grundriss sie als Teil des eigentlichen Herrenhauses ausweist. Tatsächlich waren sie als symmetrische Appartementblöcke gestaltet und dem Herzog bzw. der Herzogin oder einem bevorzugten Gast vorbehalten. Verbunden waren sie durch einen offenen eineinhalbgeschossigen Galerietrakt, der im Erdgeschoss einen großen Saal in Art einer Sala Terrena aufwies - eine höchst reizvolle Abwandlung eines Pavillonschlösschens und dem hohen Rang seines Bauherrn sehr angemessen.

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Mit dem Tod des Herzogs 1754 blieb der Schlossbau unvollendet liegen, wurde aber schon seit 1749 als Wohnung und Abstellraum der Kommerner Amtmänner missbraucht. Zwar beabsichtigte der blinde Herzog Ludwig Engelbert im Jahre 1778 die Fertigstellung, ließ sie aber nicht ausführen, sondern die bereits stark verfallenen Gebäude 1784 für flämische Kolonisten herrichten. Dabei wurden nicht nur diverse Anbauten geschaffen, sondern wohl auch Fenster und Innenaufteilung erheblich verändert. Was heute noch steht, ist durch häufige Besitzerwechsel und in Unkenntnis der einstigen Funktion dermaßen verunstaltet, dass weder die geplante Schlossanlage noch die einstige hohe architektonische Qualität in irgendeiner Weise mehr durchschimmern.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Gehn, Stadt Mechernich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 6) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 5) führen direkt an der Burg in Flamesheim vorbei. Auch die "Rheinbacher Burgenrunde" führen durch Kommern. Am Ortseingang muß links ein Stück der B 266 gefolgt werden, von der links dann die B 477 nach Gehn führt.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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