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Hardtburg

Geschichte:
Die Hardtburg im Hardtwald bei Euskirchen ist eine sehr ungewöhnliche Anlage. Gegründet wohl schon im 11. Jh. als Sitz eines edelfreien Geschlechtes von Hardt, liegt sie abseits menschlicher Siedlungen und ist trotz 245 m Höhenlage eine Wasserburg. Nach ihrer Fertigstellung im 14. Jh. war sie kurkölnischer Amtssitz und wurde nicht mehr verändert, hat also noch heute den Charakter einer rein mittelalterlichen Wasserburg. Um 1200 gelangte sie an die verwandten Grafen von Are-Hochstaden, nach deren Aussterben sie an den letzten Namensträger Graf Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln, fiel. Seitdem gehört die Burg mit umfangreichem Besitz zu Köln. Im Verlauf einer Fehde war die älteste Burg im Jahre 1205 zerstört und größer wiederaufgebaut worden, bevor sie der Erzbischof 1341 zum heutigen Umfang erweitern ließ.

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Spätestens seit dem 17. Jh. zerfiel sie mangels Bauunterhaltung; nur noch ein Gefängnis und ein Forstgehöft bestanden in ihren Mauern. 1794 übernahm der französische Fiskus die Burg, 1815 der preußische Staat, der hier ein Forstamt einrichtete. Heute gehört sie dem Land NRW, und das Anfang des 19. Jh. erneuerte Forstdienstgehöft ist noch immer Wohnsitz des Hardtwaldförsters.

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Die zweiteilige Wasserburg liegt in einer sumpfigen Senke und ist allseitig von wohlgefüllten Wassergräben umgeben. Kern der Hauptburg ist ein aus dem Hang ausgeschnittener Mottenhügel, der von Anfang an einen steinernen Viereckturm trug. Nach der Zerstörung von 1205 wurden Hügel und Turm beträchtlich erhöht; die Aufstockung am Turm kann man noch gut erkennen. Innen zeigen sich Spuren von Wohnlichkeit; so gab es einen innenliegenden Abort und wohl auch einen Kamin. Treppen und Zwischendecken sind aber modern. Um den Turm ziehen sich Ringmauern, an die von innen einfache Wohngebäude angebaut waren, wie man an der Südseite noch deutlich sehen kann. In Richtung Vorburg lagen ein Zwinger, d.h. ein mauerumgebener Zwischenraum zur Einkesselung eingedrungener Feinde, und ein Wassergraben, über den eine Holzbrücke zur Vorburg führte.

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Von der ältesten Vorburg ist nichts mehr bekannt. 1341 wurde eine neue Vorburg gebaut und einschließlich der ganzen Hauptburg mit der noch bestehenden Ringmauer umgeben, die auf der Hangseite durch Substruktionsarkaden für einen Wehrgang verstärkt ist. Von den Gebäuden der mittelalterlichen Vorburg ist nur der Torbau erhalten, der früher mindestens ein Stockwerk höher war.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Stotzheim, Stadt Euskirchen, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 7) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 4) führen unmittelbar an der Burg vorbei.
Vom "Erft-Radweg" (Etappe 2) aus folgen Sie am DB-Haltepunkt "Kreuzweingarten" auf der Hubertusstraße den blauen Schildern der "Wasserburgen-Route" durch den Wald.

Anfahrt mit dem Auto:
BAB A 1 - Ausfahrt Euskirchen-Wißkirchen, auf der B 56 in Richtung Euskirchen. Die B 56 am Ortseingang von Euenheim nach rechts auf der L 178 in Richtung Billig verlassen. Weiter geradeaus bis Kreuzweingarten. Hier rechts abbiegen in Richtung Bad Münstereifel. Nach ca. 2 km an großer Kreuzung mit Ampel links abbiegen und der L 11 in Richtung Flamersheim folgen. Am Orteeingang von Kirchheim zweigt links eine Straße nach Stotzheim ab. Auf der Bergkuppe führt links ein Feldweg zum großen Parkplatz vor der Hardtburg.

Literatur:
Burgen und Schlösser. Geschichte und Typologie der Adelssitze imKreis Euskirchen, Harald Herzog. Veröffentlichungen des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen e.V., A-Reihe, Bd. 17, Köln 1989

Links:

Die Hardtburg liegt zwischen den Euskirchener Ortsteilen Stotzheim und Kirchheim inmitten eines Waldgebietes mit ausgedehnten Spazierwegen ist öffentlich zugänglich, der Turm allerdings meist aus Vogelschutzgründen gesperrt.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der An- und Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.


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