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Burg Kessenich

Geschichte:
Ursprünglich freier Besitz der Herren von Kessenich, wird die Burg zu Kessenich 1339 dem Markgrafen von Jülich zu Lehen aufgetragen. Die Jülicher waren an der Burg sehr interessiert, da sie so nahe an Euskirchen lag, das zwischen ihnen und dem Kurfürsten von Köln strittig war. 1363 schon verkauften die Kessenicher ihre Stammburg an die Herren von Binsfeld, die sie mit einer kurzen, schuldenbedingten Unterbrechung um 1500 bis 1604 besaßen, als sie durch Heirat an die Waldbott von Bassenheim kam. Nach den Freiherren von Kleist geht der Besitz 1828 in bürgerliche Hände, 1884 an den Großvater des heutigen Besitzers Dietrich W. Arnolds.

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Noch immer ist die ehemals zweiteilige Wasserburg des 14. Jh. ablesbar, wenn auch der Herrenhaus und Vorburg trennende Graben im 19. Jh. zugeschüttet worden ist. Man betritt die Vorburg durch ein Torhaus von 1562, das zwar noch das Allianzwappen seines Erbauers Heinrich von Binsfeld und seiner Frau Elisabeth von der Horst vorweist, aber ein niedrigeres Dachgeschoß aus späterer Zeit. Heinrich von Binsfeld war ein bedeutender und gebildeter Mann, Amtmann und Marschall von Jülich, und wurde mit einem prächtigen Renaissancegrabdenkmal in der Martinskirche zu Euskirchen geehrt. Die übrigen Bauten der Vorburg enthalten noch beachtliche Mauerreste des 16. Jh.. Ein Fachwerkhaus entstand im 18. Jh., alles andere nach 1884 und 1951.

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Das Herrenhaus erscheint heute als Zweiflügelbau mit rundem Eckturm, dem gegenüber ein Viereckturm und ein weiter Wohnflügel lag. Beider Fundamente sind unter der heutigen Terrasse erhalten und dürften noch dem Hochmittelalter entstammen. Auch das wuchtige Hauptgebäude mit seinem runden Eckturm wurde spätestens durch Heinrich von Binsfeld geschaffen; sein Wappen befindet sich an der Nordostwand. Viele Steinmetzarbeiten aus dieser Zeit sind über die Hauswände verstreut eingemauert und verweisen auf ein ehemals weit aufwendigeres Haus im Renaissancestil.

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Der schmalere Südostflügel ist 1634 durch Heinrich Waldbott von Bassenheim erbaut worden. Das Ganze gruppierte sich ursprünglich um einen kleinen Innenhof, die heutige Halle. Das Innere ist bis heute ständig verändert worden. Der einstige wehrhafte Adelssitz mit vermutlich vier Ecktürmen und einer großen türmebewehrten Vorburg, umgeben von weitläufigen Wassergräben und geschmückt mit qualitätsvollen steinernen Ornamenten, liegt noch dem heutigen verwinkelt romantischen Landhaus zugrunde.
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Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

Ortslage:
Kessenich, Stadt Euskirchen, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 2) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 1) verlaufen gut einen Kilometer vom Burggelände entfernt vorbei. Wenn von Goßbüllesheim kommend die Erft erreicht wird, führt ein Weg links an der auf der anderen Seite der Erft liegenden Burg vorbei. Am Ende wird rechts auf die Straße abgebogen, von der 100 m weiter rechts die Zufahrt zum Burggelände abzweigt.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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