Geschichte:Die Kleeburg ist eine der reizvollsten Anlagen der Region. Gegründet wohl im 14. Jh. als Ministerialenburg der Edelherren zu Vernich, wurde sie mitsamt ihrem unfreien Besitzer Uden von Klebergh 1342 an den Markgrafen von Jülich verkauft. Die von Kleeberg stiegen in den ritterlichen Adel auf, so daß die Burg an weitere Familien der rheinischen Ritterschaft vererbt werden konnte.
Die von Dadenberg erneuerten 1591 - 1601 die dreiflügelige Vorburg, dessen Fachwerkwohnhaus im 17. und 18. Jh. entstand. Die große Scheune und der Westflügel kamen unter Verwendung der alten Außenmauern Ende des 19. Jh. hinzu, als auch die Türme ihre den modernen Betrachter irritierenden Zinnenkränze erhielten, die so mittelalterlich wirken. Von den Freiherren von und zu Gymnich erbten die Freiherren Spieß von Büllesheim 1825 und verkauften 1925 an die langjährige Pächterfamilie Conen. Heutiger Besitzer ist Michael Freiherr von Korff, der die Hauptburg in behutsamer Weise als seinen Wohnsitz renovierte und in der Vorburg seine Geschäftsräume eingerichtet hat.
Die Hauptburg nun ist von kleiner, aber einzigartiger Gestalt. Es ist ein eingeschossiger Bruchsteinbau auf hohem, ursprünglich massivem Sockel, der wohl zu Unrecht als Mottenhügel angesehen wird. Er wird im Mittelalter ein schlichtes Burghaus getragen haben, das Mitte des 18. Jh. durch den bestehenden Bau ersetzt wurde. Dieser wurde als winzige Dreiflügelanlage um einen Innenhof errichtet, der an der offenen Seite durch eine Tormauer mit erhaltener Zugbrücke geschlossen ist. Der für die Zeit recht altmodische, aber charmante Bau verfügt durch das ausgebaute Mansarddach über weit mehr Wohnraum, als man ihm von außen ansieht. Das Portal trägt die Jahreszahl 1747, aber merkwürdigerweise kein Wappen.
Im Inneren sind die kleine Eingangshalle mit Treppe, zwei repräsentative Seitenräume und eine -heute verbaute- Küche erhalten sowie einige Nebenräume mit obligatorischer Nebentreppe (für Dienstboten) - insofern eine ganz typische barocke Aufteilung. Im Obergeschoß befinden sich einfache Wohnräume, die nach einem Brand 1938 authentisch wiederhergestellt wurden - übrigens anhand von kurz zuvor erstellten Plänen des Denkmalamtes.
Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus:
Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)
Ortslage:Weidesheim, Stadt Euskirchen, Kreis Euskirchen
Anfahrt mit dem Rad:Die "Wasserburgen-Route" (Tour 2) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 1) führen direkt am Burggelände vorbei.
Anfahrt mit dem Auto:
Literatur:
Links:http://www.daniels-korff.de
Auf der Burg unterhält ein Bekeidungsunternehmen einen kleinen Verkaufsladen. Einige Räumlichkeiten können für private Feiern gemietet werden.
Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.