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Burg Kommern

Geschichte:
Die Burg in Kommern liegt etwas versteckt unmittelbar neben der Kirche, was schon auf eine sehr alte Geschichte hinweist. Kommern war Reichsherrschaft und kam wohl aus dem Besitz der Könige an die Pfalzgrafen, von diesen an die Grafen von Are, die ihre Rechte in Kommern, vor allem die Berggerechtsame, also das Abbaurecht von Bodenschätzen, 1229 an Heinrich von Arenberg abgaben. Die Edelherren von Arenberg sind das erfolgreichste Dynastengeschlecht der Eifel und haben als einziges bis heute überlebt. Sie stammen aus der gleichnamigen Burg bei Blankenheim und waren im 12. und 13. Jh. Burggrafen zu Köln.

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Ihr enormer Reichtum basierte auf Eisenerzbergbau und Verhüttung im Ahrgebiet sowie dem Bleibergbau in Kommern; ihr wirtschaftlicher Erfolg wurde begleitet von höchsten politischen und militärischen Aufgaben in ganz Europa, so dass sie 1549 zu Reichsgrafen aufstiegen, 1579 zu Fürsten und schließlich 1644 zu Herzögen. In ihrer Kommerner Herrschaft hatten sie eine kleine Burg als Verwaltungssitz. 1794 wurden die Herzöge von der französischen Revolutionsregierung enteignet, und die alte Amtmannsfamilie Abels erwarb 1807 Burg und Bergwerk. Von den Abels kam die Burg durch Heirat an die Familie Seul, die noch heute Eigentümerin ist und hier wohnt.

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Der verschachtelte Gebäudekomplex gruppiert sich um einen großen Hof in einem prachtvollen Landschaftspark. Das Haupthaus mit seiner aufwendigen symmetrischen Fassade im Stil des französischen Frühbarock hat einen annähernd T-förmigen Grundriss, dessen ältester Teil der viergeschossige mittelalterliche Wohnturm neben der Kirche ist. Diesem legte man im 16. Jh. ein Wohnhaus nach Süden vor, von dem im heutigen Bau noch einige Reste sichtbar geblieben sind. 1753 baute der herzogliche Amtmann alles zu einem sechsachsigen Wohn- und Amtshaus um, dessen Fenster, Türen und Innenstrukturen noch gut erhalten sind. Bemerkenswert sind vor allem die getäfelte Amtsstube und das Kellergefängnis. Die südliche Schmalseite wurde nach 1807 durch zwei seitliche Anbauten zur breiten Schaufassade umgestaltet und 1884 zur heutigen Prunkansicht aufgewertet, als auch der Wirtschaftshof erneuert wurde.

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Vom Anspruch und Reichtum der nun bürgerlichen Bergwerksbesitzer zeugt neben der würdevollen, gepflegten Gesamtanlage auch eine bemerkenswerte Innenausstattung, deren ungewöhnlichster Bestandteil eine farbige Papiertapete von Josef Dufour aus dem Jahre 1804 ist. Sie schmückt einen kleinen Saal und zeigt die abenteuerlichen Reisen des Captain Cook, wohl um Weltläufigkeit und Bildung zu demonstrieren. Sechs weitere Exemplare dieser Tapete sind in Herrenhäusern der amerikanischen Südstaaten erhalten, ein Hinweis auf das internationale Niveau der Raumausstattung eines Eifeler Schlösschens.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Kommern, Stadt Mechernich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 7) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 6) führen direkt an der Burg im Ortskern von Kommern vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:
Autobahn A 1 Ausfahrt Euskirchen-Wißkirchen, B 266 Richtung Mechernich. In Kommern an der Kreuzung nach Eicks links an der kleinen Kapelle den Kirchberg an Burg und Kirche vorbei hinunter in den Ort. Dort gibt es auch Parkmöglichkeiten.

Literatur:

Links:
Die Erlebnisstraße Mechernich

Ein Blick vom Eingangstor in den Innenhof der Burg ist möglich. Aber bitte respektieren Sie unbedingt die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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