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Burg Kühlseggen

Geschichte:
Burg Kühlseggen ist eine bemerkenswerte Ausnahme von der Regel: Hier wurde eine unbewohnte Burg nach einem Jahrhundert der Vernachlässigung wiederhergestellt und zum Sitz ihres Eigentümers ausgebaut.

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Im 13. Jh. hatte sich ein Kölner Ministeriale den Fronhof des Kölner Gereonstiftes zur Burg ausgebaut und sich danach von Cudilsheggin genannt. Von dieser Familie kaufte um die Mitte des 14. Jh. der Lechenicher Amtmann und Vogt des Swisterhofes, Arnold von Umbescheiden, die Burg Kühlseggen. Ihm folgten 1351 Winand von Müggenhausen, danach Walraf Scheiffart von Merode, der 1368 auf die Vogtei verzichtete, während seine Nachfahren Burg Kühlseggen zum landtagsfähigen kölnischen Rittersitz ausbauten.

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Anfang des 16. Jh. heiratete Goswin Brent von Vernich ein. Sein Sohn unternahm von hier aus Raubüberfälle auf reiche Kölner Kaufleute, bis er 1518 gefangengenommen wurde und der Stadt Köln Urfehde schwören musste. Seine Erben zankten sich bis 1613 und verkauften die mittlerweile verfallene Burg an den Kölner Bürgermeister Johann Monumet gen. von Bolandt. Bei weiteren Besitzerwechseln verlor die Burg immer mehr von den anhängenden Privilegien und wurde 1746 an die Kölner Jesuiten veräußert, die sie gründlich erneuerten. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben, Köln zog das Lehen ein und vergab es der neuen Bonner Universität. 1781 ersteigerte der Freiherr Heeremann von Zuydwyck Burg und Land, 1836 erbte alles seine Tochter, verheiratet mit Clemens Wenzeslaus Freiherrn von Eltz-Rübenach. Bis 1964 blieb die Burg unbewohnt und verfiel langsam, bis Robin Freiherr von Eltz-Rübenach sie wiederherstellte.

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Die bestehende vielteilige Anlage basiert auf der zweiteiligen Wasserburg des Mittelalters. Die sehr hohe Herrenhausinsel kann auf eine Motte zurückgehen, die nachträglich mit Mauern umgeben wurde und einem Wohnturm in der Mitte Platz bot. Nach dessen Abbruch entstand ein gotisches Burghaus, dessen Reste im heutigen Wohnhaus stecken. Dieses entstammt im wesentlichen aber dem Wiederaufbau von 1617 und war ein Winkelbau mit drei Treppengiebeln und einem Treppenturm im Winkel.

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Weitere Veränderungen gab es nach der Kriegsbeschädigung von 1642; auf der Herrenhausinsel standen außerdem noch ein großer Wirtschaftstrakt im Westen und ein kleiner Pavillon. Die Jesuiten ließen nur den Kernbau mit Eckturm stehen und bauten eine Kapelle an. Freiherr Heeremann erneuerte 1781 die Vorburg; im 19. Jh. kam der äußere Wirtschaftshof hinzu, nachdem die Vorburggräben zugeschüttet worden waren. Insgesamt ist das Bild eines kleinen barocken Herrensitzes auf mittelalterlichem Vorgänger mit umfangreicher Landwirtschaft sehr anschaulich erhalten.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Gemeinde Weilerswist, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 2) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 1) führen direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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