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Burg Langendorf

Geschichte:
Die Burg Langendorf am Rande des gleichnamigen Dorfes zeigt, wie gut sich bei entsprechendem Einsatz ein originales historisches Gebäude mit modernen Wohnansprüchen vertragen kann - wenn man sich viel Zeit nimmt und fachlichen wie finanziellen Aufwand nicht scheut! In über vierzig Jahren hat der Eigentümer, Manfred Vetter, seine ererbte Burg von einem heruntergekommenen Bauernhof wieder in den noblen, gepflegten Rittersitz der Spätgotik verwandelt, als der sie gedacht war.

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In dem in fränkischer Zeit gegründeten Dorf gab es mindestens seit 1240 eine ortsadlige Familie, die auf einem burgähnlichen befestigten Hof gesessen haben muss. 1240 wird ein Langendorfer Hof, 1447 ein Burghof des Herzogs von Jülich genannt, auf dem Hubert von Gertzen saß. Seitdem ist die Besitzerfolge bis heute lückenlos überliefert. Sein Sohn Wilhelm baute um 1500 Langendorf zum großen Teil neu und größer aus, nachdem er 1498 die örtliche Gerichtsbarkeit verliehen bekommen hatte. Die von Gertzen bekleideten geradezu turnusmäßig höchste Positionen im Herzogtum Jülich. 1535 starb die Langendorfer Linie im Mannesstamme aus; die Erbtochter Anna brachte es an ihren Gatten Johann von Palandt zu Laurenzberg und Nothberg. Beide erneuerten 1569 die Vorburg. Von Anna, die Mann und Söhne überlebte, fiel Langendorf an ihren Neffen Johann von Binsfeld, von dessen Tochter an Arnold von Wachtendonk, der 1659 alles an den mitbeerbten Freiherrn von Harff zu Dreiborn verkaufte. Die von Harff bewirtschafteten Langendorf als Pachtgut und bauten nichts.

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1834 verkaufte Clemens von Harff seinen ehemals landtagsfähigen Rittersitz Langendorf an den Immobilienspekulanten Franz Georg Weckbecker, der das Land parzellierte und den Rest mit 200 Morgen Grundbesitz verkaufte. Über die Herren Olbertz, Jüssen, Löwenstein geriet Langendorf 1880 an Johann Pohl, der die Wirtschaftsgebäude umfassend erneuerte. Von seinem Sohn Eduard erbte 1957 dessen Großneffe Manfred Vetter die Burg, die er in jahrzehntelanger Arbeit gründlich restaurieren ließ, und das Land, das er bis heute wieder auf eine wirtschaftliche Größe von über 500 Morgen brachte.

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Die Burg, bis zum Zuschütten des Zwischengrabens im 18. Jh. eine zweiteilige Wasserburg, besteht noch immer aus Herrenhaus und Vorburg, die allerdings seit 1880 unmittelbar ans Herrenhaus heranreicht. Das bedeutende Herrenhaus stammt in seinen ältesten Teilen, der Südosthälfte mit Turm, aus dem 15. Jh., während die Nordwesthälfte um 1500 anstelle eines Wohnturmes ganz neu erbaut wurde. Darunter befinden sich eindrucksvolle spätgotische Gewölbekeller, die wohl als Gerichtsort dienten - im Turm war das Gefängnis. Erstaunlich ist der gute Originalbestand, der von den Fensteröffnungen über die Balkenlagen, Abort- und Kapellenerker bis zum gotischen Dachstuhl reicht.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Langendorf, Stadt Zülpich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Burg Langendorf ist etwa 3 Km von Zülpich entfernt und liegt direkt am Weg der "Wasserburgen-Route" (Tour 7) sowie der "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 6) und der "Dürener Burgenrunde" (Etappe 2).

Anfahrt mit dem Auto:
BAB A 1 - Ausfahrt Zülpich, Richtung Zülpich, an Zülpich vorbei und weiter auf der B 265 bis Langendorf.

Literatur:

Links:
http://www.vetter-stiftung.de/konzerte/

Die Burg befindet sich am Ortsende an der Blatzheimer Straße. Gleich hinter der Burg befindet sich ein kleiner Parkplatz, von dem aus ein kleiner Spaziergang ums Burggelände und durch den Ort möglich ist. Guter Einbick auf die Anlage von allen Seiten.
Die Burg ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Allerdings finden in der Remise zahlreiche Konzerte, Kulturveranstaltungen und Ausstellungen statt. Das Jahresprogramm einschließlich Terminen ist unter: http://www.vetter-konzerte.de/ zu finden.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.
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