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Burg Haus Pesch

Geschichte:
Das malerisch in der Rotbachaue gelegene Haus Pesch ist heute ein großer vierseitiger Gutshof mit freistehendem Herrenhaus und umfangreichen Wirtschaftsgebäuden um einen weitläufigen Hof. Den Status einer Burg, d. h. also eines Rittersitzes mit entsprechenden Privilegien, hat Pesch nie besessen, wenn es auch gering befestigt gewesen sein dürfte. Die Reste umlaufender Wassergräben und eines Zwischengrabens zum Herrenhaus lassen aber erkennen, dass es sich als adliger Besitz deutlich von einem bäuerlichen Gehöft abzuheben hatte. Pesch war wenigstens vom 9. bis 13. Jh. im Eigentum der Abtei Prüm, die es ihrerseits von Kaiser Lothar erhalten hatte. Als einer von 14 Prümer Höfen im Gebiet von Wichterich war auch Pesch der Vogtei der Grafen von Are unterworfen, nach deren Aussterben es 1246 an Köln fiel.

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Erst 1447 taucht Haus Pesch namentlich in der Geschichte auf, als Heinrich von Geisbusch zu Bollheim seinen "Hof zum Pesch" an Johann von Kinsweiler verkauft. Dessen Nachfahren bleiben hier bis ins 16. Jh.; ihnen folgen die von Deinsburg, Kessel von Nürburg, Waldbott von Bassenheim und von Randerath, die hier alle nicht gewohnt haben werden, da sie weit repräsentativere Rittersitze ihr eigen nannten. Ab 1694 gehörte Haus Pesch der Freifrau Schall von Bell, geb. von Hompesch-Bollheim. Da es ein Mannlehen war, wurde ihr zweiter Mann Heinrich von Reusch im selben Jahre belehnt und ließ 1711 das noch bestehende Herrenhaus erbauen, was er mit beider Allianzwappen am inneren Treppenpfosten dokumentierte. 1751 kaufte Clemens August Schall von Bell zu Morenhoven das Gut und verkaufte es schon fünf Jahre später an den Kölner Bürgermeister Franz Joseph von Herresdorf. 1792 erbte es die Kölner Patrizierfamilie von Groote, die es noch heute besitzt und bewohnt.

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Die nach Bränden 1863 und 1913 fast ganz erneuerten Wirtschaftsgebäude über barockem Vorgänger folgen noch immer der mittelalterlichen Anlage mit seitlicher Tordurchfahrt. Das freistehende Herrenhaus ist ein für die Zeit typisch schlichter Backsteinbau mit schönem Portal und hohem Walmdach, dem man durch Brücke, Wassergraben und rückseitiger Garteninsel ein herrschaftlicheres Aussehen verliehen hatte. Seine Innenstruktur ist weitgehend erhalten, nur die barocken Hauswirtschaftsräume sind zu einer modernen Einliegerwohnung ausgebaut worden.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Wichterich, Stadt Zülpich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 2) führt zwischen Friedheim und Zülpich an Mülheim vorbei. Ein Abzweig gegenüber der Ortschaft führt direkt zum Burggelände.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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