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Burg Sinzenich

Geschichte:
Zwischen Linzenich und Sinzenich liegt der urwüchsigste Teil des Rotbachtales, der hier am ehesten den Eindruck vermitteln kann, wie es denn zur Gründungszeit der meisten Wasserburgen ausgesehen hat. Leider ist von der einst bedeutenden Wasserburg Sinzenich nicht mehr viel erhalten, und das Wenige ist nur durch den Ausbau der Vorburg zu einem modernen Landhaus 1976/77 vor dem völligen Untergang bewahrt worden. Ab dem 13. Jh. saßen hier die Herren von Sinzenich, deren letzter 1440 im Ort ein Kloster stiftete und starb. Erben waren die Herren von Gertzen (aus Gartzem), die allerdings die Burg schon seit 1374 besaßen.

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1500 wurde Sinzenich zur Unterherrschaft im Herzogtum Jülich erhoben, was ihren Herren weitgehende Unabhängigkeit vom Landesherrn und die Gerichtsbarkeit eintrug. Wirich von Gertzen gen. Sinzich baute daraufhin die Burg - und gleichzeitig die Kirche- zu Sinzenich großzügig aus, während sein Vater seinen Sitz Burg Langendorf prächtig erweiterte. Die Herren von Gertzen dienten ihrem Fürsten in hohen Ämtern und hinterließen eindrucksvolle Grabdenkmäler in der Stiftskirche zu Münstereifel. Johann von Gertzen, seit 1637 Reichsfreiherr, war der letzte seiner Familie auf Sinzenich und hatte als jülichscher Rittmeister, kaiserlicher Oberst, fürstlich salzburgischer Kammerherr und Kriegsrat gedient. Seine Tochter brachte den großen Besitz 1653 ihrem Gatten Arnold von Elverfeld in die Ehe, beider Tochter 1667 wiederum ihrem Mann Johann Heinrich von Holtrop zu Irnich.

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1753 vererbte sich Sinzenich an die von Merode-Houffalize und die von Mosbach. Das Erdbeben von 1755 führte 1769 zum Einsturz des Herrenhauses. Ein Neubau wurde in der Vorburg begonnen, aber nie beendet. Mit dem Verlust des Unterherrenstatus 1794 verloren die Besitzer alles Interesse; 1835 wurden die Ländereien parzelliert, die Burg aus der Liste der preußischen Rittergüter gestrichen. Die Gebäude verfielen, wurden durch mehrere Brände und schließlich 1895 durch Blitzschlag völlig ruiniert. Der heutige Eigentümer, der Zülpicher Fabrikant Kreissig, integrierte die Reste des Südwestflügels der mittelalterlichen Vorburg in einen ganz eigenständig gestalteten Neubau. Ein Teil des Wassergrabens führt seitdem wieder Wasser.

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Die östlich des Neubaues in einem verlandeten Weiher gelegene Herrenhausruine zeigt sich als unauffälliger Schutthügel, in dem doch bedeutende Mauerreste erhalten sind. Die Nordwestecke bildet ein Turmstumpf des 14. Jh., dem nach Osten im 15. Jh. ein erstaunlich aufwendig gebautes Wohngebäude vorgelegt wurde. Quaderverkleidetes Mauerwerk und schöne Bandrippengewölbe zeugen von hohem Anspruch und qualitätvoller Ausführung eines herrschaftlichen Rittersitzes der Spätgotik.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Sinzenich, Stadt Zülpich, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 5) führt durch Sinzenich. Zur Burg muß auf der Linzenicher Straße noch ein Stück weiter bis zur Ritterstraße gefahren werden, die rechts nach einem Rechtsknick am Burggelände endet.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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