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Burg Groß-Vernich

Geschichte:
Ungehindertem Verfall ausgesetzt ist die malerische Ruine der Burg Groß-Vernich an der Erft seit dem 18. Jh.. Die zweiteilig angelegte Wasserburg auf zwei Viereckinseln und seitlicher Garteninsel passt gut zu ihrer Ersterwähnung im Jahre 1342, als sie mitsamt ihren ritterlichen Burgmannen vom hochadligen Herrn zu Vernich dem Markgrafen von Jülich übereignet wurde. Mitte des 14. Jh. vom Ministerialen Johann Brent von Vernich neu gebaut, wurde die Burg 1370 von der Stadt Köln belagert, weil Johanns Sohn Reinhard dem Raubrittertum frönte. Seinem Enkel Goswin, ebenfalls Raubritter, wurde die Burg im Jahre 1460 so gründlich zerstört, dass er sie neu aufbauen und Frieden mit Köln schließen musste.

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Nach dem Aussterben seiner Familie wurde 1541 Daem von Orsbeck neuer Lehensträger der Unterherrschaft Groß-Vernich. Die Orsbeck erlangten hohe Würden und Ämter im Herzogtum Jülich und wurden zu Freiherren erhoben. Der letzte Freiherr von Orsbeck zu Vernich wurde 1634 auf der Burg geboren: Johann Hugo, seit 1676 Kurfürst und Erzbischof von Trier. Sein Schwager Wolf Ernst Schenk von Schmidtburg erbte 1711. Sein Sohn verkaufte 1716 an seinen Cousin Karl-Kaspar von Metternich-Müllenark. Nachdem die Metternich 1754 ausgestorben waren, wurde nach einem langen Prozess 1820 die mittlerweile ruinöse Burg dem Freiherrn Sigismund von Roth zugesprochen, der mit einer Metternich verheiratet gewesen war. Die Unterherrschaft war längst aufgehoben, die Vorburg war 1810 abgebrannt, 1856 wurde das gesamte Gut verkauft und parzelliert. Am Ende des 19. Jh. erwarb Engelbert Fischenich die Burgruine und das übriggebliebene Land. Seine Nachkommen sitzen hier noch heute in einem modernen Wohnhaus; von den Wirtschaftsgebäuden steht nur noch wenig.

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Eindrucksvolleres ist vom Herrenhaus erhalten, wenn dieses auch zunehmend durch Vandalisierung leidet. Die mittlerweile trockenen Gräben umgeben noch die rechteckige Insel, auf der sich einige Mauerreste und ein hoher Viereckturm erheben. Zeichnungen des 18. und 19. Jh. zeigen uns eine interessante spätgotische Burganlage. Hauptbau war ein querrechteckiges Burghaus von drei Geschossen mit hohem Walmdach und Eckwarten, umgeben von einem umlaufenden Zwinger mit runden Ecktürmen, der wie der Torturm nach 1460 entstanden sein dürfte.

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Mit seinen vier Geschossen und Wehrplattform, einst noch durch ein hohes Walmdach überragt, gab sich der Turm dominant und wehrhaft und war nur über eine schmale Zugbrücke und ein Spitzbogenportal zugänglich. In den Mauerresten des Burghauses haben sich noch spätgotische Wandmalereien erhalten, die neben den wieder überstrichenen in der Veynau die einzigen der Gegend sind und von der einstigen Wohnkultur auf den kleinen Adelssitzen zeugen.

Von Dr. Harald Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege
(Auszug aus: Die Euskirchener Burgenrunde - Radeln zwischen Erft und Eifel)

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Ortslage:
Groß-Vernich, Gemeinde Weilerswist, Kreis Euskirchen

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 2) wie auch die "Euskirchener Burgenrunde" (Etappe 1) führen direkt am Burggelände vorbei.

Anfahrt mit dem Auto:

Literatur:

Links:

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