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Deutschordens-Kommende Ramersdorf

Geschichte:
Um 1230 wurde in Ramersdorf die Deutschordenskommende von Graf Heinrich III. zu Sayn gestiftet. Aus dieser Zeit stammen die heute noch erhaltenen Bauteile: die Kerne des aufgehenden Mauerwerkes und die erst im 19. Jahrhundert überbaute Toranlage. Im Zuge dieser Maßnahme wurde die Anlage auch durch Türme und Wirtschaftsgebäude, in denen heute das Schlosshotel untergebracht ist, erweitert. Aus der Gründerzeit der Kommende ist noch das ursprünglich freistehende romanische Portal mit Fußgängerpforte erhalten. Die ehemalige Kapelle fand 1846 auf dem Alten Friedhof in Bonn eine neue Heimat. Das Innere der Kommende schmücken wunderschöne historische Räume. Neben dem Schlosshotel beherbergt sie auch ein Antiquitätengeschäft und ein Möbelmuseum im Hauptgebäude. Die Innenräume des Hauptgebäudes können besichtigt werden.

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Aufgaben der Kommenden und der darin lebenden 12 Ritterbrüder war es, mit ihrem großen Grundbesitz die Unternehmungen des Ordens wirtschaftlich zu ermöglichen und junge Ritterbrüder auf ihren "Fronteinsatz" vorzubereiten. Nach den Kreuzzügen und dem Abschluss der Christianisierung Preußens durch den Orden entfielen diese Aufgaben. Im 18. Jahrhundert entstand unter dem Hochmeister des Deutschen Ordens und Kurfürsten Clemens August ein barocker Neubau. Dieser verdankt sein heutiges äußeres Erscheinungsbild einer neugotischen Ummantelung im 19.Jahrhundert.

Kommende Ramersdorf

1804 wurde die Kommende Ramersdorf "säkularisiert" und 1807 an den Altgrafen und späteren Fürsten Joseph zu Salm-Dyck (1773 - 1861) verkauft. Dessen Stieftochter, Freifrau von Francq übernahm 1861 das Schloss mit allen zugehörigen Liegenschaften. Sie ließ östlich des Wehrturms des Schlosses im Park eine neugotische Kapelle unter Verwendung von romanischen Bauelementen errichten, bis diese im Zuge des Autobahnbaues abgerissen wurde. 1881 verkaufte Freifrau von Francq die Kommende an den Kölner Bankier Rudolf Herberz, der diese bereits 1884 an den Baron Albert von Oppenheim verkaufte, der gleichfalls Kölner Bankier war.

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1885 ließ der Baron die rheinseitige Fassade des Schlosses durch den Architekten Wilhelm Hoffmann aus Paris völlig umgestalten, wobei dieser die Elemente der Neugotik und der Neurenaissance verwandte. Außerdem wurde als Pendant zu dem Donjon im Osten ein solcher auch im Westen errichtet, mit vier kleinen Türmen, mit Zinnen sowie mit einem Kleeblattbogenfries, wie er sich auch unter dem Gesims des mittleren Gebäudeteils und des Ost-Wehrturms hinzieht. Im Treppengiebel des überbauten Doppelportals erkennt man deutlich, von gotischem Maßwerk umgeben, das gleichnamige Kreuz des Deutschen Ritterordens.

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Im Jahre 1940 wurden Schloss und Park an die Deutsche Reichsbahn verkauft und das Inventar der Kommende versteigert. Während des Krieges blieb das Schloss selbst wie durch ein Wunder verschont, hatte man doch im bergseitigen Teil des Parks ein großes Munitionslager angelegt, welches die englischen Flieger nachts mit Leuchtsignalen suchten und mit Bomben angriffen. Nach dem Krieg waren in der Kommende zunächst von der englischen Besatzungsmacht verpflichtete Dienstgruppen ehemaliger deutscher Kriegsgefangener untergebracht, die aus irgendwelchen Gründen nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten oder wollten. Nach dem Abzug bzw. Auflösung der Dienstgruppen richtete die Deutsche Bundesbahn in der Kommende eine Schulungsstätte für ihre Beamten und Angestellten ein, und zwar drei Unterrichtsräume im ersten Stock (Rittersaal) sowie ein Lehrstellwerk in dem Remisentrakt, in dem heute die Teppichgalerie untergebracht ist. Nach dem Auszug der Bundesbahn 1967 stand das Schloss zunächst leer, verfiel zunehmend und drohte im Zuge des Autobahnbaues abgerissen zu werden. Durch Initiativen der verschiedensten Stellen gelang es, das Schloss zu retten, wobei der Verwendungszweck zunächst nicht geklärt war.

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1978 fand das Bundesvermögensamt in der Familie Bartel, Antiquitätenhändler, eine Käuferin, die bereit war, die gewaltigen Kosten für die notwendigen umfangreichen Renovierungsarbeiten aufzubringen, die sich über den Zeitraum von drei Jahren erstreckten. Die Kommende enthält seitdem eine permanente Ausstellung von erlesenen Möbeln aus verschiedenen Jahrhunderten sowie ein Antiquitätengeschäft. Außerdem wurde im ehemaligen englischen Flügel ein Hotel, ein Restaurant mit Cafe, in dem man sehr gut essen kann, eingerichtet.

Quelle: Die Deutschordenskommende von Christian Schüller, erschienen in der Schriftenreihe des Denkmal- und Geschichtsverein Haus Mehlem (Übernommen von www.bonn.de)

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1967/68 im Zuge des Autobahnbaus vom Abriß bedroht, konnte das Gebäude dank der Initiative des Heimatvereins Beuel erhalten werden.

Die Geschichte der Stadt Bonn und ihrer Umgebung wurde lange Zeit durch die Präsenz des Deutschen Ritterordens mitbestimmt. Bereits im 13. Jahrhundert entwickelte sich der Orden zu einem der bedeutendsten Grundherrn der Region.

Kommende Ramersdorf
Neben anderen Niederlassungen im Raum Bonn hatte er auf der rechten Rheinseite in einem heutigen Stadtteil von Bonn eine Kommende (Regierungs- und Verwaltungssitz), in deren Räumen über 600 Jahre bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Ordenskomtur residierte. Vor allem im 17. und 18.Jahrhundert war die Kommende ein Sprungbrett für Karrieren mancher junger Ordensritter beim Orden selbst oder im Dienst anderer Mächte.
Auszüge aus: Schloßhotel Bonn


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Ortslage:
Beuel-Ramersdorf, Stadt Bonn

Anfahrt mit dem Rad:
Von der Bastei in Bad Godesberg, an der die "Wasserburgen-Route" wie auch die "Rheinbacher Burgenrunde" den Rhein in Richtung Innenstadt verläßt, geht es am Rhein weiter geradeaus bis zur Konrad-Adenauer-Brücke. Auf der anderen Rheinseite führt ein Radweg bis zur Königswinterer Straße. Gegenüber beginnt die Oberkasseler Straße, von der hinter der Autobahnbrücke rechts die Zufahrt zur Kommende abzweigt. Entfernung Bastei - Kommende: ca. 6 km.

Anfahrt mit dem Auto:
A 59 Autobahnkreuz Bonn-Ost, Ausfahrt Richtung Holtorf, am Ende links auf die Oberkasseler Straße, von der kurz vor der Autobahnbrücke links die Zufahrt zur Kommende abzweigt.

Literatur:

Links:
Schloßhotel Kommende Ramersdorf
Der Deutsche Orden im Bonner Raum

Die Kommende ist in Privatbesitz. Neben dem Schlosshotel beherbergt sie auch ein Antiquitätengeschäft und ein Möbelmuseum im Hauptgebäude. Die Innenräume des Hauptgebäudes können besichtigt werden. Von Zeit zu Zeit finden Kultur- und Kunstveranstaltungen statt.

Bitte respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und der angebrachten Hinweisschilder.

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