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Tomburg

Geschichte:
Auf einer sich exakt "1 002 rheinischen Fuß" (320m) erhebenden Basaltkuppe liegt eine uralte Burg-Ruine, Reste einer einst sehr mächtigen und das Umland beherrschenden Befestigungsanlage, die Tomburg. Der Name wird dem Keltisch-Germanischem zugerechnet. Vermutlich war sie schon vor der Zeitenwende eine keltische Befestung. Als gesichert gilt, daß die Römer hier einen strategisch wichtigen Stützpunkt unterhielten. Nachgewiesen wird dies durch ausgegrabene Münzen der Kaiser Valens und Valentinian II. sowie römische Gefäße. Die Burg lag im Gebiet des ehemaligen königlichen, der den größten Teil der Nordeifel umfaßte (Das entspricht einem Großteil der heutigen Rheinischen Bucht, durch die die Wasserburgen-Route führt). Die Burg war an strategisch günstiger Stelle einmal zum Schutz des Bannwaldes aber auch zum Schutz des Königsweges errichtet worden, der von Aachen nach Frankfurt führte.

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Einer der vielen Sagen nach hatte eine "edle Jungfrau Lüfthildis" Karl dem Großen auf der Tomburg mit einer wunderkräftigen Spindel das Leben gerettet. Als Dank erhielt sie das Gelände für ein heute nicht mehr bestehendes Kloster im nahen Lüftelberg. Die "heilige Lüfthildis" wird dort auch heute noch verehrt. Ihr Sarg war mit einer Sintermarmorplatte aus der ehemaligen römischen Wasserleitung verschlossen.

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Nach Zerstörung der Königsvilla durch die Normannen Ende des 9. Jahrhunderts waren es vermutlich die Grafen des Bonn- und Ahrgaues, die die Anlage in Besitz nahmen. 945 herrschte hier der Pfalzgraf Ehrenfried. Einer seiner Nachkommen, der Pfalzgraf Ezzo, wurde 954 in dieser Befestigungsanlage geboren. Seine spätere Gemahlin Mathilde, eine Tochter des Kaisers Otto II., soll der Sage nach als Sieger im Schachspiel mit dem Kaiser gewonnen haben. Nach dem Tode Otto III. stieg Ezzo zum Reichsverweser auf. So wurde Ezzo während der Überführung der Kaiser-Leiche durch Erzbischof Heribert nach Aachen aus den Reichskleinodien die heilige Lanze zur Aufbewahrung anvertraut. Der neue Kaiser Heinrich II. aber hielt anschließend den Erzbischof solange gefangen, bis ihm, als Zeichen der Macht, die Lanze aus der Voreifel wieder zugestellt worden war. Auch der deutsche Papst Bruno von Toul weilte einst auf der Tomburg.

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Um die das Swisttal beherrschende Burg gab es zwischen den weltlichen und geistigen Fürsten des Rheinlandes ständig Streit und Kämpfe. So belagerte im Jahre 1251 Erzbischof Konrad von Hochstaden, der Gründer des Kölner Doms, den von den Jülichern gehaltenen Tomberg. 1262 zog Erzbischof Engelbert II. mit seinen Reitern vor das Anwesen, weil ihm "von dort aus Gewalt und Unrecht angetan worden war". Die mehrfach verpfändete und verkaufte Burg diente erst als Herrschaftssitz später dann als Raubritterzentrum der inzwischen verarmten Herren von Tomburg. 1470 schließlich eroberten die Jülicher die Burg und zerstörten sie.

Von Ernst F.Mosdzien, ehem. Redakteur beim Bonner General-Anzeiger
(Auszug aus: Die Rheinbacher Burgenrunde - Radeln zwischen Drachenfels und Tomburg)

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Ortslage:
Wormersdorf, Stadt Rheinbach, Rhein-Sieg-Kreis

Anfahrt mit dem Rad:
Die "Wasserburgen-Route" (Tour 8) wie auch die "Rheinbacher Burgenrunde" (Etappe 1) führen durch Wormersdorf. Am Kirmesplatz zweigt die Tomberger Straße ab, die direkt zum Fuß des von weitem sichtbaren Basaltkegels führt.

Anfahrt mit dem Auto:
A 61 - Ausfahrt Rheinbach, Richtung Wormersdorf. Im Ort gegenüber der Kirche zweigt die Tomberger Straße ab, die zu einem Parkplatz unterhalb der Basaltkegels führt.

Literatur:

Links:

Die Burganlage liegt in einem Naturschutzgebiet und ist öffentlich zugänglich.

Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen und respektieren die angebrachten Hinweisschilder.

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